Remscheid: Rader Gymnasium und Röntgen-Museum sind jetzt Partner

Remscheid: Rader Gymnasium und Röntgen-Museum sind jetzt Partner

Für das Theodor-Heuss-Gymnasium aus Radevormwald bedeutet die neue Bildungspartnerschaft mit dem Lenneper Röntgen-Museum einen spannenderen Physikunterricht. Das Museum bietet der Schule Möglichkeiten, den naturwissenschaftlichen Unterricht zu verbessern und hofft, im Gegenzug auf Impulse aus dem Kollegium und auf das Engagement der Lehrer.

"Die Partnerschaft beruht auf Gegenseitigkeit. Wir stellen den Rahmen für Experimente und außerschulische Lernerfahrung zur Verfügung, die Lehrer stehen uns mit ihrem Wissen zu Seite und entwickeln vielleicht neue Unterrichts- oder Schulungskonzepte", sagt Museumsleiter Dr. Uwe Busch. Die Arbeit könne sein Team wegen der begrenzten Kapazitäten nicht leisten.

Physiklehrer Carsten Rödding ist auf das Museum zugegangen und hat die Kooperation "angezettelt". Er freut sich darauf, mit seinen Schülern neue Experimente zu entdecken und ihnen die Möglichkeit zu geben, wissenschaftlich zu arbeiten. Das Schüler-Röntgenlabor RöLab wird eine zentrale Rolle spielen. "Das Labor gibt uns die Chance, Experimente durchzuführen, die in der Schule nicht möglich sind. Die technische Ausrüstung ermöglicht zum Beispiel ein Grundpraktikum im Bereich der Radioaktivität", sagt Rödding.

Zur Unterzeichnung der Bildungspartnerschaft war er gestern mit der Klasse 6c ins Museum gekommen. Die Schüler sollten einen ersten Zugang zu den Räumlichkeiten und Themenbereichen bekommen. Langweilige Führungen gibt es im Röntgen-Museum nicht mehr. Dafür hat Dr. Kerstin Heyl, wissenschaftliche Volontärin des Museums, gesorgt. "Mit Tablets können die Kinder Rallyes bestreiten, Rätsel lösen und ihr Wissen prüfen. Unsere Besucher werden selber zu Forschern. Wir nutzen die Technik für ein interaktives Museums-Erlebnis", sagt die Entwicklerin der Röntgen-Rallye.

Ausprobiert haben das Maja, Chayenne, Jos und Len. Die Schüler der 6c freuen sich auf die neue Lernpartnerschaft. "Wir werden jetzt häufiger im Physikunterricht hier sein und Röntgenstrahlen erforschen. Das finde ich gut", sagt Maja. Jos hat besonders viel Gefallen am Schülerlabor und dessen großen medizinischen Geräten gefunden. "Das ist total abenteuerlich."

Schulleiter Matthias Fischbach-Städing erhofft sich genau das von der Bildungspartnerschaft. Mehr Begeisterung für Physik. "Physik gehört zu den Fächern, die nur schwer interessant zu vermitteln sind. Wir wollen naturwissenschaftliche Fächer wieder mehr fördern und auch berufliche Perspektiven aufzeigen", sagt er.

Ganz konkret kann das Museum helfen, in der sechsten Klasse wichtige physikalische Wissensgrundlagen zu schaffen, auf denen dann in den höheren Klassen aufgebaut wird. "Mädchen und Jungen können bei uns die Anwendung von Röntgenstrahlen kennenlernen, sie erlernen sie in der Umwelt zu messen. In der Oberstufe können dann Facharbeiten mit der Hilfe des Museums geschrieben werden", sagt Dr. Uwe Busch. Das THG will die Bildungspartnerschaft auch dafür nutzen, sich für das Siegel der "MINT-freundlichen-Schule" zu bewerben. Dieses Siegel wird Schulen verliehen, die sich für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik besonders stark einsetzen.

Im Vordergrund der Bildungspartnerschaft steht aber die Steigerung der Attraktivität des Physikunterrichts mit dem Ziel, künftig wieder mehr Schüler für das Fach zu begeistern.

(RP)