Hindenburgstraße in Remscheid : Pulsierende Flaniermeile

Hindenburgstraße in Remscheid : Pulsierende Flaniermeile

Der Pfingsttrödel an der Hindenburgstraße zog bei strahlendem Sonnenschein Besuchermassen an.

Über Pfingsten verwandelte sich die beschauliche Hindenburgstraße in eine pulsierende Flaniermeile. Gefühlt fand sich hier Sonntag und Montag die gesamte Bevölkerung ein. Das Besondere: Trotz der Besuchermasse bleibt der Pfingsttrödel in einer der ältesten Straßen Remscheids ein Familienfest mit Campingstimmung.

Feiertag, jede Menge Zeit, sonniges Wetter: Dem Pfingsttrödel an der Hindenburgstraße hätte nichts Besseres passieren können. Die sommerlichen Temperaturen an den arbeitsfreien Tagen lockten hunderte Besucher auf die Straßenmeile. Es herrschte eine bunte Mischung unter Besuchern und Angebot. Jung und Alt bewegten sich gemütlich zwischen den Ständen, die links und rechts ihren Weg mit unzähligem Krimskrams säumten: Alter Trödel, unter dem sich das ein oder andere antike Schätzchen versteckte, neben günstigen Neuware-Produkten, Kleidung, Bücher, Spielsachen, Haushaltsutensilien und natürlich - das darf beim Pfingsttrödeln auf gar keinen Fall fehlen - jeder Menge Leckereien. Denn Shoppen und Flanieren machen bekanntlich hungrig und bei sonnigen Temperaturen knapp unter 30 Grad auch durstig. Entsprechend voll war es daher auch immer in der Umgebung von größeren Getränkewagen und vor allem am Haus des Handwerks, wo von einer größeren Bühne aus die komplette Straße mit Livemusik beschallt wurde.

Dagmar Meister genoss den Pfingsttrödel besonders. Den Familienbesuch aus der Pfalz hatte die Remscheiderin kurzerhand mitgenommen. "Ich komme jedes Jahr hierhin, weil es einfach sehr schön ist", brachte es Meister auf den Punkt. "Hier trifft man Gott und die Welt."

Besucher Wolfgang Martens gab zu, weniger wegen des Trödel-Angebots zu kommen: "Klar schaut man sich gerne um, was in diesem Jahr angeboten wird. Und manchmal kaufe ich sogar was, aber hauptsächlich komme ich jedes Jahr vorbei, wegen der tollen Atmosphäre und weil man hier immer bekannten Gesichtern begegnet, die man sonst das ganze Jahr über nicht sieht."

Dass der Pfingsttrödel vornehmlich ein Ort der Begegnung ist, konnte Nicandro Zarli bestätigten. Der gebürtige Italiener wirkt seit über zwei Jahrzehnten auf der Trödelmeile der Hindenburgstraße mit, wo der 81-Jährige auch zu Hause ist. Bereits im vergangenen Jahr machte eine wunderschöne hölzerne Pinocchio-Figur auf seinen kleinen Stand mit alten Holzmöbeln und gemalten Bildern aufmerksam. Den kleinen Pinocchio fanden Besucher auch dieses Jahr wieder vor. "Wir sind arm", äußerte Zarli, während er die Schlagermusik, die aus seiner kleinen Stereoanlage plärrte, leiser drehte. "Die Leute kommen her, um sich zu unterhalten oder kleine Beträge auszugeben." Größere Investitionen, wie er sie etwa für seine selbstgeschnitzten Werke fordere, "sind sie aber nicht bereit auszugeben."

Jutta Specht aus Wermelskirchen war zum fünften Mal beim Pfingsttrödel als Anbieterin dabei. In ihrem Sortiment fand sich allerhand Haushaltströdel sowie ihr selbst angefertigter Schmuck: "Ich finde es immer sehr angenehm hier." Im Vergleich zu anderen Trödelmärkten "ist hier immer viel mehr Publikum. Und die Stimmung zwischen den Trödlern ist toll, fast so wie bei einem Campingausflug".

(RP)
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