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Projekt #5630: Lasst die Shows beginnen

Jugendprojekt in Remscheid : Lasst die Shows beginnen

Nach der Absage 2019 stehen die Zeichen für das Jugendprojekt in diesem Jahr besser: Die #5630-Shows finden am 5. und 6. Juni statt.

Wer in diesen Tagen mit Jochen Peitz ins Gespräch kommt, der hört in seiner Stimme die Vorfreude und viel frische Energie. Er ist einer der Macher des Jugendprojekts #5630 und in diesen Tagen nimmt die Show, für die das Team seit Monaten arbeitet, Gestalt an.

„Wir wollen endlich auf die Bühne“, sagt Peitz. 300 Jugendliche stehen in den Startlöchern – Sportler, Sänger, Musiker, Künstler, junge Wissenschaftler. Der neue Termin steht: Dreimal wollen die Jugendlichen am 5. und 6. Juni ihr Programm „#5630 Die Show – Sporthalle wird zur Arena“ auf die Bühne bringen – und damit eine Wegmarkierung nach vielen Höhen und Tiefen setzen. Der Vorverkauf für die Tickets beginnt heute.

Eigentlich hatten die Jugendliche ihre große Multimedia-Show bereits im vergangenen Jahr auf die Bühne bringen wollen. Kosten von 140.000 Euro hatten Jochen Peitz und Marcel Haupt damals errechnet – um Jugendlichen eine große Bühne zu ermöglichen. Echte Wertschätzung wollten sie dem großen Team aus jungen Talenten entgegenbringen – auf Champions League-Niveau.

Dafür putzte das Team Klinken, eröffnete einen Laden im Allee-Center, die Jugendlichen legten sich im Training ins Zeug, Workshops fanden statt, erste professionelle Videos entstanden. Am Ende sprang ein Sponsor ab, eine finanzielle Lücke von rund 30.000 Euro klaffte im Budget. Und die Projektmacher sagten die Show damals ab – frustriert und müde nach vielen schlaflosen Nächten.

Damals setzten sie dem Projekt eine Frist: Würde bis Ende März 2020 nicht genügend Sponsorengeld akquiriert werden können, würden sie das Projekte schweren Herzens aufgeben. Noch läuft die Frist, aber das Blatt hat sich gewendet. Im Januar hatte die Kath. Kirchengemeinde in Lennep die Jugendlichen des Projekts #5630 auf die Bühne gebeten: Unter dem Dach des Andersraum-Programms hatten 70 junge Künstler für einen beeindruckenden Abend in der Kirche St. Bonaventura gesorgt.

„Und dieser Abend hat viel verändert und bewegt“, sagt Jochen Peitz. Plötzlich bekamen die Menschen eine Vorstellung von dem, was #5630 will. „Wir konnten es ihnen endlich ermöglichen, uns zu erleben“, sagt Peitz. Poesie, Artistik, Sport, Musik, Videos und Kunstinstallationen griffen so eindrucksvoll ineinander, dass die Menschen ins Gespräch kamen. „Wir haben von Zuschauern gehört, die eher widerwillig mitgekommen waren und ein Flötenvorspiel erwartet hatten“, erzählte Peitz, „als sie wieder gingen, hätten sie am liebsten schon Karten für die große Show gekauft.“

Danach kamen immer mehr Vereinsvertreter und Künstler im Projektladen im Allee-Center vorbei. „Es entsteht ein tolles Netzwerk“, sagt Peitz. Tanzgruppen, Sportvereine und wohltätige Initiativen sind auf die #5630-Macher zugekommen. „Da ist noch so viel möglich“, sagt Peitz und plant bereits Buch und Ausstellung, denkt an weitere Shows. Und dann setzten sich die Projektleiter hin und kalkulierten neu: „Wir haben hart an der Ausgabenseite gearbeitet“, sagt Peitz. Die Tribüne wird nun gesponsert, den Ticketshop bestreitet das Projekt selbst, statt eine Agentur zu bezahlen: Am Ende reduzierten sie die Kosten um 60.000 Euro auf nun 80.000 Euro.

Noch werden Gespräche geführt, Kooperationen und Sponsoren gesucht: „Wenn alle ihre Zusagen halten, fehlen uns aktuell noch 10.000 Euro“, sagt Peitz. Das seien ganz andere Vorzeichen als beim letzten Mal – und er sei sehr optimistisch. Heute beginnt der Vorverkauf. „Jede verkaufte Karte ist eine direkte Unterstützung für die Remscheider Talente“, sagt Peitz. Denn der Ticketverkauf soll einen großen Teil der Kosten decken. Es gehe nicht um Profit, betonen die Projektleiter und hoffen darauf, dass viele Remscheider das Projekt unterstützen und Tickets kaufen.