Premiere von Angela H. Fischer in der Klosterkirche

Premiere in der Klosterkirche : Betrachtungen über das Alleinsein

Angela H. Fischer präsentierte vor rund 100 Zuschauern ihr neues Programm.

Angela H. Fischer ist Single. Und hasst Einladungen. Und darüber spricht sie, ausgiebig. Zudem erstmalig, denn die Kölner Autorin, Kabarettistin und Schauspielerin feierte am Freitagabend mit ihrem neuen Programm „Sorry, dass ich Single bin“ Premiere in der Klosterkirche. Rund 100 Zuschauer wollten sich das nicht entgehen lassen und hatten mit Fischers Betrachtungen über Pärchen im Allgemeinen sowie das Leben als Single im Besonderen sichtlich Spaß. So etwa, wenn sie von einem befreundeten Paar erzählte – sie leidet an Zöliakie, er verträgt keinen Knoblauch -, mit dem sie beim Italiener zum Abendessen war und sich, nur um das Paar zu ärgern, als Vorspeise Calamari bestellte, dann dreierlei Sorten Pasta mit dreierlei Soßen und „Brot. Mit Knoblauchbutter.“

Seit sie Single sei, habe sie keine Zeit mehr, sagte Fischer, noch nicht einmal fürs Schuhekaufen. Deswegen reichten ihr die 35 Quadratmeter ihrer Single-Wohnung auch problemlos. „Ich brauche keinen eigenen Schuhschrank.“ Für eine Frau, noch dazu in einem Comedyprogramm, in dem es ja auch um die unterschiedlichen Geschlechterrollen ging, war das sogar schon wieder eine witzige These. Aber natürlich ging es vor allem darum, dass frau nicht unbedingt einen Partner brauche, um zufrieden zu sein: „Weil, weißt du“, habe sie zu ihrer Freundin gesagt, als diese wieder einmal zu ihr gesagt habe, dass sie es „doch alleine auch nicht so leicht“ hätte, „zusammen mit mir, das sind doch schon zwei. Und da dann noch ein Mann dabei. Dann wären wir ja schon zu dritt!“

Sie sei mittlerweile in einem Alter, in dem sie keine Lust mehr auf diplomatischer Spielchen habe. „Ich sage, was ich meine. Aber das hat natürlich auch Konsequenzen.“ Wie etwa eine tödlich beleidigte Freundin, der sie gerade den Kinobesuch abgesagt hatte. Kinder seien da ganz anders. Etwa ihr Sohn, der „Lisa-Marie-Hanna-Emma-Laura-oder-so“ auf dem Pausenhof ein knappes „Nö!“ auf die Frage antwortete, ob sie zu ihm zum Spielen kommen dürfe. Das wäre doch großartig, wenn sie, also Fischer, dem befreundeten Pärchen auf die Frage, ob es zum Abendessen kommen könne, ein simples „Nö“ zur Antwort geben könnte.

Das Publikum konnte sich gut mit diesem Niveau der Gags der Fischer anfreunden und machte das mit Gelächter und spontanem Applaus deutlich. Und tatsächlich machte das Programm der Mittfünfzigerin durchaus Spaß. Besonders dann, wenn sie zur Musik vom Band mit sonorer Altstimme mal beschwingte, dann melancholische Chansons sang. Oder Klopfer raushaute, wie diese: „Es gibt ja eigentlich nur zwei Sorten Menschen. Die, mit denen wir uns betrinken. Und die, deretwegen wir uns betrinken.“ Oder: „Mit Currysauce kann man ja das langweiligste Gericht aufpeppen. Sowas sollte es mal für Männer geben.“ Zwischen diesen Polen traf leider nicht jeder Gag ins Schwarze, manches wirkte noch ein wenig unausgegoren. Bliebe abschließend noch eine Frage zu klären: Frau Fischer, war das an Ihrem rechten Ringfinger eigentlich ein Ehering?