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Remscheid: Porno-Skandal in Hackenberg

Remscheid : Porno-Skandal in Hackenberg

Gegen einen Jugendtrainer der SG Hackenberg wird ermittelt. Er soll pornografische Bilder von Kindern besessen haben. Er verlor einen USB-Stick mit dem belastenden Material. Der Verein fürchtet nun um seinen guten Ruf.

Ein Kinderporno-Skandal erschüttert die SG Hackenberg. Wie jetzt bekannt wurde, ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft bereits seit rund fünf Monaten gegen den Co-Trainer der U 17-Mädchenmannschaft. Er soll kinderpornografische Fotos aus dem Internet privat auf einen USB-Stick des Vereins geladen haben.

Wie Joachim Weber, der Vorsitzende des Fußball-Klubs, der BM sagte, habe er erst am vorvergangenen Montag davon Kenntnis bekommen. Dem Beschuldigten (Weber: "Er hat mir gegenüber die Vorwürfe zugegeben") hat die SGH inzwischen die Mitgliedschaft gekündigt und eine Platzsperre gegen ihn verhängt.

Ans Tageslicht kam alles per Zufall. Der Beschuldigte soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 14. April den Datenträger verloren haben. Der Finder wollte laut Weber anhand der gespeicherten Informationen den Besitzer ausfindig machen. Dabei sei er neben Schriftstücken der SG Hackenberg und wohl nicht zu beanstandenden Fotos der Abschlussfahrt der U 17-Mädchenmannschaft auch auf Dateien mit Fotos von kinderpornografischen Handlungen gestoßen. Daraufhin habe er die Polizei informiert, die den Remscheider schließlich ausfindig machte.

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Kein Geständnis

"Das Verfahren gegen den Beschuldigten ist am 20. Mai eröffnet worden", sagt Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal. Dem Mann werde der strafbare Besitz kinderpornografischen Materials vorgeworfen. Ein Geständnis liege nicht vor. Polizeisprecherin Claudia Otto erklärte auf Nachfrage der BM, man habe den Verein nicht früher in die Ermittlungen einbezogen, "weil die Unschuldsvermutung gilt und es zudem keine Hinweise auf Missbrauchsfälle im Umfeld des Beschuldigten gibt".

"Für unseren Verein ist das eine Katastrophe, auch wenn wir uns nichts vorzuwerfen haben", sagt Joachim Weber, der einen Imageschaden für den Klub befürchtet. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls habe er alle Trainer und Vorstandsmitglieder sowie am vergangenen Dienstag auch die Eltern der U 17-Spielerinnen informiert. Dennoch fürchtet Weber, dass der gute Ruf der SGH geschädigt ist: "Wir spielen mit offenen Karten, helfen bei der Aufklärung, wo wir können und haben auch noch keine Abmeldung erhalten.

Aber der Schaden, den dieser Mann angerichtet hat, ist unabsehbar." Ratlos ist Weber, wie derlei Vorkommnisse künftig vermieden werden können: "Wie soll das gehen? Ich kann doch in den Wohnungen unserer Trainer keine Razzien durchführen, um ihre PCs zu kontrollieren."

(RP)