Porno-Montagen in Remscheid: Nachbarn entsetzt über Nacktbilder

Polizei hat konkreten Verdacht: Betroffene in Remscheid entsetzt über Nacktfoto-Montagen

Die Polizei ermittelt weiter im Fall von Online-Fotos, für die Gesichter von Frauen und Mädchen aus Remscheid auf Nacktbilder montiert wurden. Viele Opfer kommen aus der gleichen Nachbarschaft. Dort sorgt der Fall für Entsetzen.

Die Bilder waren am Wochenende auf dem sozialen Netzwerk "Tumblr" entdeckt worden. Rasend schnell hatte sich in Remscheid der Internet-Link zu den Fotos verbreitet. Auf den Bildern sollen teilweise die Gesichter von Kindern auf Nacktfotos montiert worden sein. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Verbreitung pornografischen Materials von Minderjährigen. Inzwischen sind die Aufnahmen offenbar von der Seite gelöscht.

Auch die Remscheiderin Martina Pohl war am Wochenende auf einen Facebook-Post gestoßen, der junge Frauen auf die Fotos aufmerksam machen sollte. Sie selbst gehört nicht zu den Opfern, doch auch sie war entsetzt, als sie die Bilder sah: "Ich habe durchgescrollt und Kinder aus der Nachbarschaft entdeckt." Sie seien zum Zeitpunkt der Aufnahmen vielleicht 13, 14 Jahre alt gewesen. Sofort informierte Pohl am Freitag die Betroffenen.

Martina Pohl ist entsetzt, auch Tage, nachdem die Fotos entdeckt wurden. "Ich habe mir die Seite gar nicht noch einmal angesehen." sagt sie.

Inzwischen bestätigt die Polizei, dass 90 Strafanzeigen eingegangen sind und dass es einen konkreten Tatverdacht gibt, dem die Ermittler nachgehen. Nähere Angaben dazu wollen die Beamten derzeit nicht machen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Am Dienstag hatte die Polizei bestätigt, auch in Richtung eines Eisverkäufers zu ermitteln.

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Eines der Opfer ist Jasmin Montoya. Die 20-jährige Remscheiderin wurde am Wochenende von einer Freundin informiert. Allen Freunden, die sie auf den Bildern erkannte, schickte sie gleich eine Nachricht.

"Vom Sehen her kannte ich alle, die auf den Bildern waren." Sie schätzt, dass inzwischen praktisch alle Betroffenen informiert sein müssten. Als sie ihr Foto entdeckte, habe sie gleich bei der Polizei angerufen. Besonders erschrocken habe sie der Anblick von jüngeren Kindern. Ein Mädchen sei nach ihrer Schätzung auf den Bildern gerade mal acht oder neun Jahre alt gewesen: "Ihr Gesicht wurde ausgeschnitten und auf ein Nacktfoto gesetzt." Die Polizei hat das Alter des jüngsten Opfers zum Tatzeitpunkt bisher mit etwa 14 Jahren angegeben.

Martina Pohl beschreibt die Stimmung in der Nachbarschaft: "Die haben alle Anzeige erstattet und sie sind ganz schön ungehalten." Auch Montoya machte von der Möglichkeit der Online-Anzeige Gebrauch und hofft, dass der Täter schnell gefunden und bestraft wird. Doch Nachbarin Pohl gibt noch eine Befürchtung der Freunde und Familien wieder: "Wir haben Angst, dass es noch eine zweite Seite mit Fotos von unseren Jungen gibt."

(woa)