Polizei will bei Autokorso keine Spaßbremse sein

Autokorso zur WM: Polizei will keine Spaßbremse sein

Wenn am 17. Juni die deutsche Nationalmannschaft ins WM-Turnier einsteigt, wird die Polizei nach Spielende in größerer Mannschaftsstärke als üblich auf den Straßen Remscheids unterwegs sein.

Sollte es einen Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko geben, sind Jubelstürme und Autokorsos auch in Remscheid zu erwarten: „Wir werden da mit Augenmaß vorgehen. Spaßbremsen wollen wir nicht sein“, erklärt Polizeisprecher Stefan Weiand mit Blick auf die Feiern, die zu erwarten sind. „Das hat im Laufe der Jahre immer mehr zugenommen.“

Vor jeder einzelnen Partie werde die Gefährdungslage individuell eingeschätzt. „Wenn Deutschland zum Beispiel auf die Türkei, auf Italien oder auf Spanien trifft, dann ist die Emotionalität besonders groß. Denn da sind Fans aus zwei unterschiedlichen Lagern unterwegs, die aufeinandertreffen“, erklärt Weiand. Bei der Weltmeisterschaft in Russland ist dies nicht der Fall – jedenfalls in der Vorrunde. Außer auf Mexiko trifft die Nationalmannschaft auf Südkorea und Schweden. Grundsätzlich ende die Toleranz der Polizei, wenn es zu Gefährdungssituationen komme. „Zum Beispiel, wenn sich ein Fan bei der Autofahrt aufs Pkw-Dach oder auf die Motorhaube sitzt. Dann schreiten wir natürlich ein“, nennt der Polizeisprecher ein Beispiel. Beim Hupkonzert drückten die Beamten aber ausnahmsweise ein Auge zu. Auch Autoschmuck sei erlaubt, erklärt ADAC-Rechtsexpertin Alexandra Elhöft: „Selbstverständlich darf man auch beim Autofahren seine Fußball-Begeisterung zeigen, solange der Fahrer freie Sicht hat und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden.“ Grundsätzlich gilt: Fahnen und andere Fanartikel müssen stabil am Fahrzeug befestigt sein. Ein Klassiker seien Spiegelsocken. Diese seien nur dann erlaubt, wenn die Blinker nicht – wie bei vielen modernen Autos – im Seitenspiegel integriert sind. Wer dagegen verstößt, begehe eine Ordnungswidrigkeit. Bei den Fähnchen für die Fenster komme es auf das Fahrtempo an. Ab etwa 50 Stundenkilometern steige die Gefahr, dass die Halterung abreißt. Also: auf Land-, Bundesstraßen und Autobahnen abhängen.

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