Polizei rollt Pedelec-Fahrern auf der Trasse den Teppich aus

Radverkehr in Remscheid : Polizei rollt Pedelec-Fahrern auf der Trasse den Teppich aus

Dass die Polizei für den Bürger den Teppich ausrollt, ist eher ungewöhnlich.

So ungewohnt wie auch die grün-gelbe Farbe des schmalen Exemplars, das der Remscheider Verkehrssicherheitsberater Michael Wenner am Montagmittag am Startpunkt der Balkantrasse am Bahnhof Lennep am Rand der Fahrspur drapierte.

Das Rätsel war schnell gelöst: Der längere gelbe Teil steht für die Reaktionszeit eines Pedelec-Fahrers, wenn er spontan bei einem Hindernis oder Zwischenfall bremsen muss, der kürzere grüne für den Bremsweg. Die vor allem älteren Nutzer der motorunterstützten Fahrräder für die Besonderheiten dieses Verkehrsmittels zu sensibilisieren, das haben sich Wenner und seine Kollegen auf die Fahnen geschrieben.

Denn die Räder nehmen zwar der bergischen Topographie ihren Schrecken, müssen aber beherrscht werden, um mit ihnen sicher unterwegs zu sein. Immerhin erreichen sie eine Geschwindigkeit von 25 km/h und mehr. Dass die Räder etwa eine Schaltung haben, mit der die Zuschaltung des Motors gestoppt werden kann, sei vielen Pedelec-Besitzern unbekannt. So lassen sich Unfälle beim Anschieben und Aufsteigen vermeiden.

Auch Tipps zum richtigen Anlegen des Fahrrad-Helms gab die Polizei am gestrigen Tag des Fahrrads. Helm-Muffel konnten mit einer Holzlatte testen, was so ein Helm aushält, wenn es zum Sturz kommen sollte. Und sich vorstellen, wie es ist, ohne Helm einen Schlag auf den Kopf zu bekommen.

Zwar ist die Zahl der Pedelec-Unfälle im Remscheid 2017 und 2018 nicht angestiegen; Prävention mache aber Sinn, weil die Räder immer beliebter werden, sagt Michael Bartsch, Chef der Vorbeuge-Einheit der Polizei. Zeitgleich war die Polizei im Städtedreieck gestern auch im Bereich Repression unterwegs. Es ging darum, Fehlverhalten im Straßenverkehr aufzuzeigen. Das gelte in beide Richtungen, sagte Bartsch. Autofahrer brächten durch ihr Fahrverhalten, etwa beim Abbiegen, Radfahrer immer wieder in gefährliche Situationen. Umgekehrt gebe es Radler, die sich nicht an Verkehrsregeln halten, damit Unfälle und Stress provozieren. Das harmonische Miteinander aller Verkehrsteilnehmer im begrenzt vorhandenen Verkehrsraum sei die große Herausforderung.