Remscheid: Polizei mahnt Fußgänger

Remscheid: Polizei mahnt Fußgänger

Aufklärung mit Schockeffekt: Mit Hilfe der Puppe "Holger" demonstrierte die Polizei am Freitag, was passiert, wenn ein Auto einen Passanten erfasst. Solche Aktionen sollen helfen, dass die Zahl der Unfälle wieder sinkt.

Mit der Wucht von 30 Kilometern in der Stunde erwischt der Kleinwagen den "Fußgänger" mitten auf der Alleestraße. Und obwohl es sich bei dem Opfer nur um "Holger", die zu Demonstrationszwecken eingesetzte Dummy-Puppe der Polizei handelt, ist der Aufschrei der Passanten groß. "Krass", kreischen die Teenies, eine Seniorin zuckt zusammen. Denn die kindsgroße Figur fliegt durch den Aufprall meterweit durch die Luft, und die als Kopf aufgesetzte Melone verteilt sich in kleinsten Stücken auf dem Asphalt.

Unfallzahlen gestiegen

Im vergangenen Jahr verunglückten in Remscheid 69 Fußgänger im Straßenverkehr. Davon trugen 14 schwere Verletzungen davon. Insgesamt schnellten im gesamten Bergischen Städtedreieck die Zahlen der Verkehrsunfälle mit Fußgängern in die Höhe. Ein Signal für die Polizei, mit einer großen Aktion alle Verkehrsteilnehmer zur erhöhten Wachsamkeit aufzurufen.

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Nach Solingen und Wuppertal zeigte das Polizeipräsidium Wuppertal gestern in Remscheid starke Präsenz. Mit Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher an der Spitze standen Bezirksbeamte und Verkehrssicherheitsberater zum Gespräch bereit. "Solche Aktionen sind für uns kein Selbstzweck. Wir möchten erreichen, dass Achtsamkeit im Verkehr mehr Bedeutung gewinnt", sagte Radermacher.

Kinder, die zwischen geparkten Autos auf die Straße rennen oder Senioren, die eilig zur Bushaltestelle hetzen, sind potenzielle Unfallopfer. "Dass man aber auch mit dem Handy am Ohr abgelenkt ist, gilt nicht nur für die Autofahrer. Auch Fußgänger können nicht so wachsam sein, wenn sie auf der Straße telefonieren", mahnte die Polizeipräsidentin. Doch auch wer hinterm Steuer sitzt, konnte durch den simulierten Unfall erkennen, welche Gefahren in einem Augenblick der Unachtsamkeit lauern. Obwohl das Auto mit gedrosselter Geschwindigkeit fuhr, wie sie vor Schulen, Kindergärten und Altenheimen vorgeschrieben ist, waren die Folgen für "Holger" erschreckend. Schon geringe Aufprallgeschwindigkeiten können schwere Verletzungen verursachen.

Auf mehrere Arten wird die Polizei in nächster Zeit in schutzwürdigen Bereichen wie vor Seniorenwohnanlagen oder an Zebrastreifen durch verstärkte Kontrollen auf die Unfallentwicklung reagieren. Das Ziel der Kampagne "Sicher ankommen" ist klar: Fahrer und Fußgänger sollen sich der Gefahren besser bewusst werden, ihre Akzeptanz, die Vorschriften einzuhalten, soll gesteigert werden.

(RP)