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Remscheid: Polizei gibt Tipps für Kindersitze

Remscheid : Polizei gibt Tipps für Kindersitze

Polizei und Verkehrsberater schlugen gestern Nachmittag ihr Zelt auf der Alleestraße auf, um Autofahrer, besonders Eltern, über den richtigen Kindersitz für den Nachwuchs zu informieren. Es muss nicht immer das teuerste Modell sein.

Wichtig ist allerdings eine kompetente Beratung. Und: Kind, Sitz und Auto müssen zusammenpassen.

Ob Babyschale oder Kindersitz (mit Rückenlehne oder ohne, mit Hosenträger-Gurtsystem oder Dreipunktgurt, mit Fangkorb, in oder entgegen der Fahrtrichtung): Die Auswahl an Kindersitzen ist riesig und entsprechend groß ist die Unsicherheit der Eltern, welches nun das richtige Modell für den Nachwuchs ist.

Eine konkrete Antwort konnte Michael Wenner gestern zwar auch nicht geben, aber zumindest hatte der Polizeioberkommissar einen guten Tipp parat: "Das Allerwichtigste ist es, mit der ganzen Familie zum Babyfachmarkt zu fahren und sich kompetent beraten zu lassen." Am besten sollte dabei auch das eigene Fahrzeug mitgenommen werden, um den Sitz gleich vor Ort auszuprobieren. Denn nicht nur das Kind muss gut sitzen. "Der Sitz muss auch sicher ins Auto passen", sagte Wenner. Nicht alle Sitzmodelle sind für alle Automodelle geeignet, bestätigte auch Almut Demeler, ADAC-Beraterin, die gestern ebenfalls vor Ort war und zahlreiche Gespräche mit jungen Familien und einigen Großeltern führte. "Viele wissen nicht, dass man beim Kauf eines Kindersitzes auf die Isofix-Typenliste achten muss." Isofix, das ist ein besonders sicheres und einfach zu bedienendes Befestigungssystem für Kindersitze in Autos. Der sicherste Sitz nützt nichts, wenn er nicht ordnungsgemäß und sicher im Auto befestigt wird. "Deswegen ist auch eine kompetente Beratung so wichtig", betonte Demeler, "sowie eine Einbauprobe im Auto."

Grundsätzlich sollten sich Eltern vor dem Kauf die Frage stellen, wie lange der Sitz halten soll. Es gibt Einsteigermodelle und solche, die mit dem Kind mitwachsen. "Ich würde immer ein zeitloses Modell empfehlen, damit das Kind den Sitz lange akzeptiert." Eine weitere Frage, die geklärt werden muss: Wie lange soll das Kind entgegen der Fahrtrichtung mitfahren, in sogenannten Reboard-Systemen. Diese sind für Kinder bis zu 18 Kilogramm geeignet und werden gerne für Neugeborene genutzt. Bei einem Unfall sind die Folgen im Vergleich zu anderen Systemen geringer. Ansonsten sei darauf zu achten, dass die Sitze einen Seitenaufprallschutz und eine Kopfstütze haben. "Einfache Sitzerhöher sind nichts für Kinder unter 1,40 Meter", sagte Demeler. So lange es geht, sollten die Kinder in einem richtigen Kindersitz mitfahren.

(RP)