Remscheid: Politik will Wasser im Brunnen sehen

Remscheid : Politik will Wasser im Brunnen sehen

Die geplante Bepflanzung des Wasserspiels vor dem Allee-Center soll keine Dauerlösung werden, betont die Bezirksvertretung. Die FDP will, dass Geld für die Reparatur bereitgestellt wird. Werbevertrag mit Center ist beendet.

Die Alleestraße wird in den nächsten Wochen ein bisschen farbenfroher. Spätestens zur Motorshow am letzten Maiwochenende soll der defekte Brunnen vor dem Allee-Center zum XXL-Blumenbeet umfunktioniert sein. Das berichtete Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann am Dienstagabend in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid.

Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Alleestraße habe einen Sponsor gefunden, der das Blütenmeer finanziere. Zuvor seien einige Vorarbeiten nötig. Die Anlage muss abgedichtet werden, bevor die Beete eingerichtet werden.

ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber, der die Bepflanzung organisiert hat, um das traurige Bild, das der defekte Brunnen seit Monaten abgibt, zumindest ein wenig aufzuhübschen, machte in der Sitzung klar, dass er die Umnutzung nicht als Dauerzustand sieht: "Ein Brunnen ist ein Brunnen und kein Blumenbeet."

Zuvor hatte Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) auch für seine Fraktion herausgestellt, dass die Nutzung des Brunnenbeckens als Blumenkübel nur eine "Interimslösung" für den Zeitraum sein kann, bis der Brunnen repariert ist und das Wasser wieder sprudelt.

Das nämlich, so hat es eine Umfrage der SPD in den Osterferien ergeben, ist der Wunsch der Remscheider Bürger. Tenor der Fragebogenaktion: Nichts gegen Blumen auf der Allee, aber am liebsten wäre es uns, wenn der Brunnen wieder sprudeln würde.

Zu diesem Thema gab es von der Verwaltung am Montagabend keine neuen Informationen. Nach wie vor steht die Summe von rund 65.000 Euro im Raum, die eine Reparatur kosten würde. Eine Summe, die der aktuelle Haushalt nicht hergebe, heißt es bisher im Rathaus.

Vielleicht aber der neue Haushalt. Der Doppelhaushalt für die Jahre 2019/2020 wird gerade in der Kämmerei vorbereitet, dann von der Politik in den Gremien beraten. Hier wäre die Möglichkeit, der Forderung nach der Rückkehr des Wassers Nachdruck zu verleihen.

Die Politik müsse der Stadt deutlich machen, dass sie eine Reparatur des Brunnens wünsche, sagte Hans-Lothar Schiffer (FDP). Seine Sorge ist, dass die Stadt sich mit einem Provisorium einrichtet. Das werde die FDP nicht mitmachen, sagte er unserer Zeitung.

Die FDP will nun für einen gemeinsamen Antrag werben, der die Stadt auffordert, die Reparatur anzugehen. Dass er diesen Antrag nicht schon in der Sitzung stellte, sei auch der Tatsache geschuldet, dass die ISG gerade die Bepflanzung organisiere. Dieses Projekt wolle man nicht torpedieren.

Baudezernent Peter Heinze erklärte auf BM-Anfrage, dass die Stadt den Werbevertrag mit dem Allee-Center gekündigt habe. Das eröffne neue Möglichkeiten in der Diskussion um die Zukunft des Brunnens auf der Allee.

(hr)
Mehr von RP ONLINE