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Remscheid: Politik gegen Elektro-Allee

Remscheid : Politik gegen Elektro-Allee

Es soll ein Kompromiss-Vorschlag sein. Doch die Idee der Stadtplaner, die Alleestraße nur für Elektro-Autos zu öffnen, stößt bei der Politik auf Ablehnung. ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber drängt auf eine Entscheidung.

Die seit zehn Jahren diskutierte Öffnung der unteren Alleestraße soll nur für Elektro-Autos gelten. Dieser "Kompromiss"-Vorschlag der Verwaltung in einem Papier über die künftige Entwicklung der Einkaufsmeile stößt bei den Ratsfraktionen auf wenig Gegenliebe.

"Wir wollen einen Vorschlag für eine zeitnahe Lösung", sagt Alexa Schmitz, Sprecherin der CDU in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Bis sich das Elektro-Auto in Remscheid durchgesetz habe, würden noch viele Jahre ins Land gehen. So lange will die CDU nicht warten. Wie die BM erfuhr, fahren aktuell gerade mal zwölf Elektro-Autos durch Remscheid.

"Dieser Vorschlag bringt uns nicht weiter", sagt auch FDP-Fraktionschef Wolf Lüttinger. Die ursprüngliche Idee, mit der Öffnung Leben und Frequenz auf die Allee zu bringen, finde sich darin nicht wieder. Lütttinger drängt auf eine baldige Entscheidung über die Öffnung. Dann wisse auch die in Gründung befindliche Immobilien-und Standort-Gemeinschaft (ISG) Alleestraße, wie es weitergeht.

"Ob die Öffnung nun kommt oder nicht, wir brauchen vor allem bald Klarheit", sagt ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber. "Wir können die Allee nicht jahrelang um diese Frage herumplanen."

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W.i.R.: Rückzahlung machbar

Wieland Gühne von der Wählergemeinschaft (W.i.R.) sieht in dem Vorschlag den Versuch der Verwaltung, überfällige Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben. "Warum wissen wir nicht längst genau, wie hoch die Rückzahlungsforderungen der Bezirksregierung sind", fragt Gühne mit Blick auf das Lieblingsargument der Öffnungs-Kritiker. Wolle man die Öffnung wirklich, hält Gühne auch eine Rückzahlung von Fördergeldern, die vom Land vor Jahren für den Ausbau der Fußgängerzone nach Remscheid flossen, nicht für eine unüberbrückbare Hürde. Wenn sich die Allee-Anlieger zusammentun würden, sei das machbar. "Wir sind nach wie vor für die Öffnung", macht Gühne klar. Bei der Ratsmehrheit aus SPD, FDP und Grünen erkennt er diesen Willen nicht. "Die lassen die Sache laufen."

Angebot an die Bezirksregierung

Otto Mähler, SPD-Bezirksbürgermeister für die Innenstadt, will gar nichts laufen lassen. Er vermisst im Papier der Stadt konkrete Handlungsabsichten und Zeitpunkte, wann Dinge entschieden werden sollen. Das von seiner Fraktion beauftragte Konzept für die Zukunft der Allee kann er in der Vorlage nicht erkennen. "Wir werden das in der Fraktion noch mal intensiv diskutieren."

Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein verteidigt seinen Vorschlag. "Wir reagieren damit auf Äußerungen von Bauminister NRW-Groschek im Zusammenhang mit der Entwicklung von Innenstädten." Die Stadt hoffe, die bislang wenig entgegenkommende Haltung der Bezirksregierung beim Thema Allee-Öffnung mit dieser Zukunftsvision aufweichen zu können.

Kommentar

Internet Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/remscheid

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Alleestraße im Wandel der Zeit

(RP/rl)