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Remscheid: Politik bremst Radler auf Allee erst mal aus

Remscheid : Politik bremst Radler auf Allee erst mal aus

Die Alleestraße bleibt in der nahen Zukunft fahrradfrei. Mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP und Grünen wurde am Dienstagabend ein Vorschlag des Arbeitskreises Radfahren zurückgestellt, der vorsieht, dass sich Radler künftig im Schritttempo in der Fußgängerzone bewegen dürfen. Die Idee dahinter: Radfahrer sollen als Kunden für die Geschäfte in die Innenstadt gelockt werden. Ordnungsamt und Polizei sehen hier keine Probleme und stimmten der Idee im Vorfeld zu. Auch die Verwaltung sieht den Impuls positiv.

Bei der Politik aber überwiegen die Bedenken, dass es zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radlern kommen kann. "Es muss passen, und es muss sicher sein", sagte Rosemarie Stippekohl (CDU). Gibt es keinen anderen Radweg durch die Innenstadt, wollte Hans-Lothar Schiffer (FDP) wissen. Weiteres Argument der Gegner: Der gerade angelaufenen Planung zur Umgestaltung der Alleestraße möchte man nicht in die Quere kommen.

Da half es auch nichts, dass Helmut Ruppert von der Remscheider Abteilung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) berichtete, dass es in den Nachbarstädten Solingen und Wuppertal, die solche Regelungen schon länger haben, keinerlei Unfälle gegeben hat. Er berichtete zudem, dass durch die neue Generation der stromunterstützten Fahrräder (E-Bike/Pedelecs) auch im bergigen Remscheid immer mehr ältere Menschen aufs Rad steigen. Sie als Kunden in die Innenstädte zu locken, sei die Absicht. In Lennep funktioniere das mit den Touristen auf der Balkantrasse schon recht gut.

Auch die Idee einer Probephase, die unter anderem Ralf Wieber vom Marketingrat Innenstadt anregte, wurde verworfen. Wieber hatte zuvor berichtet, dass die Meinung bei Kunden wie Geschäftsinhabern geteilt sei. Tendenz: Ein klares "Jein".

Ob sich hier noch etwas bewegt. liegt nun auch an der Verwaltung, von der die Politik einen umfangreicheren Bericht zum Thema haben will, bevor sie endgültig über den Antrag entscheidet. In seiner jetzigen Form sei das Papier zu wenig aussagekräftig, sagte Beatrice Schlieper (Grüne).

(RP)