Remscheid: Plan für Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung

Remscheid : Plan für Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung

Teilhabe-Gesetz zielt auf unabhängige Beratung.

Das in dieser Woche offiziell eröffnete Seniorenbüro am Markt könnte ab Januar 2018 eine weitere wichtig Funktion übernehmen. Einstimmig stimmte am Mittwochabend der Beirat für Menschen mit Behinderungen dafür, dass Remscheid sich um Fördergelder für eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen bewirbt. Das Büro am Markt wird dabei als ein möglicher Standort ins Auge gefasst.

Hier sollen Menschen mit Handicap eine neutrale trägerunabhängige Beratung etwa zu Reha-Maßnahmen bekommen. Bislang gehen die Menschen zu den unterschiedlichen Einrichtungen, die Hilfe anbieten und lassen sich dort beraten.

Ziel des Teilhabegesetzes ist, dass die Menschen mit Behinderung freier über ihre Hilfeangebote und ihr Budget entscheiden können. Bewerben um die Fördergelder in Höhe von 70.000 Euro wird sich der Förderkreis für psychosoziale Initiativen und Selbsthilfeinitiativen, der als Dachverband von 26 Selbsthilfegruppen in Remscheid fungiert. Das passt zu den Vorgaben des Gesetzes, das die Einbeziehung der Selbsthilfegruppen ausdrücklich wünscht. Finanzielle und fachliche Unterstützung erhält der Förderkreis von der Augusta-Hardt-Horizonte gGmbH in Lennep, die den nötigen Eigenanteil von 3500 Euro beisteuert. Wie Geschäftsführer Bernd Steinhoff erklärte, sollen die Menschen mit Handicap in der Beratungsstelle möglichst von einem Berater betreut werden, der selber eine Behinderung hat. Das fördere das Vertrauen.

Die Bewerbung erfolgt auf den letzten Drücker, heute müssen die Papiere in Berlin sein. Zunächst hatten sich mehrere Träger und Vereine unabhängig voneinander um die Trägerschaft für die Beratungsstelle beworben. In Gesprächen mit der Stadt wurde dann Konsens erzielt, dass eine Bewerbung des Förderkreises der erfolgversprechendste Weg sei. Remscheid sei die einzige Stadt, die den Beirat beteilige, sagte Sozialdezernent Thomas Neuhaus.

Ralf Krüger, bei der Stadt zuständig für die Belange von Senioren und Menschen mit Behinderung, würde es begrüßen, wenn das zusätzliche Beratungsangebot in den Räumen am Markt einzöge. Es passe sehr gut "ins Portfolio".

(hr)
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