Remscheid: "Pimp the City" mit vielen Ideen

Remscheid: "Pimp the City" mit vielen Ideen

Sitzung des Jugendrats mit Vorschlägen für ein lebenswerteres Remscheid.

Der achte Jugendrat startet mit frischen Wind in seine erste Legislaturperiode. Bei seiner zweiten Sitzung zeigte sich das junge Gremium erfrischend unkonventionell. Vorsitzender Yakub Arslan (17) und Kollegin Burcu Aksoyek (14) wurden als Remscheider Vertreter für das Kinder- und Jugendparlament NRW ernannt.

Mit zum Teil unkonventionellen Ideen hat der im März gewählte Jugendrat seine Arbeit aufgenommen: Mülleimer mit Soundeffekten, die beim Hineinwerfen von Müll lustige und unerwartete Geräusche produzieren sollen die Menschen animieren, ihren Müll nicht auf die Straße zu werfen. Ein Jugendbüro mit Chill-Area auf der unteren Alleestraße, wo sich Jugendliche ohne Aufsicht aufhalten können, angegliedert an ein Büro mit Streetworker, der Beratungen anbietet, sowie ein neues Kunstprojekt am Standort des jetzigen Brunnens am Markt sind nur drei von vielen Ideen, die Ratsmitglied Belinda Tillmanns (14) am Dienstagabend in der Sitzung präsentierte. Die Arbeitsgruppe "Pimp the City" hatte sich bei ihren Überlegungen keine Grenzen gesetzt und einfach Dinge zusammengetragen, die die Stadt für sie lebenswerter gestalten würde.

Einige Ideen sorgten bei den erwachsenen Teilnehmern der Sitzung zunächst für Schmunzeln, doch Sozialdezernent Thomas Neuhaus erkannte das Potenzial: "Unsere Stadt verlangt nach eurer Kreativität." Ob sich die Ideen umsetzen lassen, ist ein anderes Thema, aber der neue Jugendrat erfüllt schon jetzt seine Funktion, unvoreingenommen ihre Vorstellung einer jugendfreundlichen Stadt zu äußern und damit das ein oder andere Projekt anzustoßen.

Die Baumscheiben auf der Alleestraße müssen, so die Meinung der Jugendlichen, besser gepflegt werden. Sie nannten als positives Beispiel die Baumscheibe vor dem Geschäft von Optiker Frank Berghoff. Mehr Sitzgelegenheiten am Bahnhof seien nötig, weil Züge öfters Verspätung haben. Ebenfalls seien mehr Papierkörbe an Waldwegen hilfreich. In den kommenden Wochen wollen sich Mitglieder der Arbeitsgruppe mit Innenstadt-Manager Jonas Reimann zusammensetzen, um sich über die Projekte zu informieren und eventuell auch ihre Ideen miteinfließen zu lassen.

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Zu ihrem ambitionierten Vorhaben, Schulen zu modernisieren, haben die Jugendlichen bereits Kriterien zusammengetragen, auf die es ihnen ankommt: "Wir wollen Schulen sowohl technisch als auch inhaltlich modernisieren, damit wir dort beispielsweise auch Sachen wie Steuern behandeln", sagte Burcu Aksoyek (14). Das Lernklima müsse gut sein, ebenso wie die Raumgestaltung.

Neuhaus bot als Schuldezernent an, mit den Jugendlichen in ihrer Arbeitsgruppe zusammenzukommen, um sie in diesem Thema "zu orientieren." Schließlich gebe es verschiedene Aspekte zu beachten, etwa, dass innere Schulangelegenheiten wie der Lehrplan Ländersache seien. Dennoch seien auch hier die Überlegungen der Schüler, ein guter Anstoß für die Politik.

Besonders in diesem Thema wollen sich Vorsitzender Yakub Arslan (17) und Burcu Aksoyek (14) als neue Vertreter im Kinder- und Jugendparlament NRW auch auf Landesebene mit anderen Jugendräte austauschen.

(sebu)
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