Remscheid: Pfarrer Kaster: Muslime gegen Rechte schützen

Remscheid: Pfarrer Kaster: Muslime gegen Rechte schützen

Die Grundsteinlegung für den Bau der Ditib-Moschee am morgigen Sonntag war auch beim Dekanatsratsempfang der Remscheider Katholiken ein wichtiges Thema. Stadtdechant Thomas Kaster warb eindringlich dafür, die Mitglieder der muslimischen Ditib-Gemeinde bei ihrem Vorhaben nach Kräften zu unterstützen und ihnen offen und aufgeschlossen zu begegnen. Für seinen eindringlichen Appell gab es von den in großer Zahl erschienenen Gästen aus den katholischen Gemeinden, Verbänden und Vereinen sowie von Vertretern der evangelischen Kirche, der Politik und Verwaltung im Nachgang viele anerkennende Worte.

"Das Recht auf Religionsausübung ist nicht verhandelbar", mahnte Kaster. Dies bedeute, dass die muslimischen Gläubigen für die Ausübung ihrer Religion angemessene Räume auch fern der Heimat vorfinden müssten. Mit der Moschee werde zum Ausdruck gebracht, dass die Muslime in Remscheid angekommen seien. Auch Papst Franziskus fordere die Glieder seiner Kirche auf, "Einwanderern mit Zuneigung und Achtung" zu begegnen. "Der Papst erinnert uns daran, diese Menschen anzunehmen", sagte Monsignore Kaster. 120 Nationen in Remscheid seien kein Handicap, sondern ein Reichtum. Dafür müsse man aber auch etwas tun.

In eindringlichen Worten warb er für ein partnerschaftliches und freundschaftliches Zusammenleben in Remscheid und lud seine Zuhörer ein, der Einladung der Ditib-Gemeinde zu folgen und bei der Grundsteinlegung dabei zu sein. "Ich bin überzeugt, wenn wir bei uns anfangen, strahlt das in die Welt hinaus."

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Kaster verhehlte nicht, dass ihm und auf evangelischer Seite auch Superintendent Hartmut Demski wegen ihres offenen Zugehens auf die Remscheider muslimischen Glaubens auf unangenehme Weise Kritik entgegengebracht werde. Dass nach langer Planung der Moscheebau nun in den Startlöchern stehe, habe "den braunen Sumpf erneut in Wallung gebracht". Dafür müssten er selbst und Demski auf einschlägigen Internetseiten Verunglimpfungen ertragen. "Das ist mir aber völlig egal. Es geht um den Frieden in der Stadt um Christi Willen", konstatierte der Stadtdechant und fuhr fort: "Wir stehen zu unseren muslimischen Schwestern und Brüdern und erwarten, dass mit ihnen anständig umgegangen wird. Wir stehen an ihrer Seite und geben sie den Rechten nicht preis."

Für diese flammende Rede gab es tosenden, langanhaltenden Beifall.

(bona)
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