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Remscheid: Paten lotsen Erstklässler durch den Verkehr

Remscheid : Paten lotsen Erstklässler durch den Verkehr

Gelbe Sicherheitswesten mit der Aufschrift "Verkehrsdedektiv" sind zu sehen, die über die vielen bunte Jacken gezogen wurden. Die Stimmung ist ausgelassen, trotz des schlechten Wetters. "Die Gruppen und Regenmäntel sind aufgeteilt, dann kann's los gehen", verkündet Michael Wenner Polizeioberkommissar und Verkehrssicherheitsberater.

Die Rudolf-Steiner-Schule in Remscheid hat in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Wuppertal das Projekt "Schüler helfen Schüler" ins Leben gerufen. Es beinhaltet, dass Schüler der neunten Klasse eine Patenschaft für Erstklässler übernehmen und ihnen helfen, Sicherheit im Straßenverkehr zu gewinnen.

Die jungen Schüler sollen in Situationen, wie etwa auf dem Weg von der Bushaltestelle zur Klasse, unterstützt werden. Michael Wenner und seine Kollegen schulten die Paten und Kinder zusammen — nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. "Nur durch mehr Wissen können mehr Gefahren verhindert werden", erklärt Wenner. "Die Schüler lernen heute die Defizite ihrer Schützlinge kennen und können somit besser auf sie eingehen."

Der Blick für Gefahren wird durch selbst durchgeführte Experimente, direkt angesprochenes Fehlverhalten und Hinweise auf Gefahrenquellen wie zum Beispiel an Ein- und Ausfahrten geschärft. Darüber hinaus werden Methoden beigebracht, durch welche es für die Schüler einfacher wird, Gefahren vorzubeugen. Eine davon ist die "Kinderseite", bei der sich der Pate beim gemeinsamen Gehen immer zwischen dem Kind und der Straße aufhält.

Die Neuntklässler sollen nichts vorgeben, sondern nur unterstützend wirken. "Sinn und Zweck ist, dass das Kind sein Verhalten trainiert", sagt Wenner. Durch das angrenzende Industriegebiet verläuft eine viel befahrene Straße im Schulumfeld. "Deshalb wird gerade hier dieses Training benötigt", erläutern die Polizisten.

In dieser Form findet das Projekt das erste Mal statt, es soll aber dauerhaft fortgeführt werden. Den Schülern bereitet es Freude. "Es ganz cool, man hat zwar eine große Verantwortung, aber nicht zu viel", sagt die 14-jährige Saskia Schell. Auch Chiara Loose, ebenfalls 14, ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie ist Patin des quirligen und aktiven Felix (7). "Wenn es drauf ankommt, hört er auf mich. Außerdem sind die Leute in der Klasse auch noch da, die helfen einem, wenn was ist", sagt Chiara.

Auch der kleine Felix ist begeistert."Meine Patin ist nett, es macht Spaß — und man kann sie gut ärgern", meint er mit einem verschmitzten Lächeln.

(RP)