Remscheid Padre Tirem: Ärger nach Brand

Remscheid · Der Inhaber der mittlerweile nach Wermelskirchen umgezogenen Werkzeugfabrik wirft der Stadtverwaltung vor, sie habe ihm Steine in den Weg gelegt. Das Baudezernat weist die Beschuldigungen zurück.

Haben Wirtschaftsförderung und Baudezernat einen Betrieb mit 80 Arbeitsplätzen, der nach einem Brand im Februar massive Probleme hatte, leichtfertig aus Remscheid wegziehen lassen, ohne ihm zuvor die nötige Hilfe zukommen zu lassen? Dieser Vorwurf steht im Raum, nachdem die jahrelang an der Morsbachtalstraße beheimatete Werkzeugfirma Padre Tirem Ende Oktober nach Wermelskirchen umzog und dabei viel Scherben in Remscheid hinterließ.

Nicht ausreichend geholfen

Der Vorwurf des Inhabers in Richtung Stadtverwaltung: Die Stadt habe ihm nicht ausreichend geholfen, ihm sogar Steine in den Weg gelegt, als er wegen der durch den Brand entstandenen Lieferengpässe eine Ausnahmegenehmigung für einen Drei-Schicht-Betrieb erbat.

Ein ausführlicher Bericht, den das Baudezernat jetzt auf Bitte der Wählergemeinschaft der Politik vorlegte, weist diese Vorwürfe klar und nachvollziehbar zurück. Bereits einen Tag nach dem Brand in der Fabrik (mit dem alle Probleme begannen), habe man die Firma kontaktiert und ihr Ausweichstandorte für die Wiederaufnahme der Produktion angeboten. Eine längere Ausnahmegenehmigung für drei Schichten sei an diesem Ort nicht machbar gewesen. Massive Anwohnerproteste wegen Lärm setzten die Verwaltung schnell unter Druck. Als dann klar war, dass der gewünschte Drei-Schicht-Betrieb nur durch einen Umzug zu erreichen war, sei der Firma im Industriegebiet Bergisch Born eine Fläche angeboten worden. Die Vorstellungen des Inhabers habe das alles nicht getroffen, heißt es in dem Bericht. Der forderte Entgegenkommen beim Kaufpreis, wollte Zuschüsse der Stadt bei der Firmenverlagerung und auch eine Stundung der Gewerbesteuer in Bergisch Born. Alternative Angebote der Stadt habe er erst gar nicht mehr geprüft. Fazit der Verwaltung: Padre Tirem ist ein bedauerlicher Einzelfall mit besonderen Umständen, der keine Rückschlüsse auf die restlichen Aktivitäten im Bereich Wirtschaftsförderung zulässt.

Im Gegenteil: Am Ende des Berichtes steht eine Liste mit insgesamt 22 Unternehmen, die aus der Bergischen Region in den letzten Jahren nach Remscheid gelockt wurden. Darunter sind Namen wie die Firma Hudora oder Schöpp Sportböden. Außerdem habe man einer Vielzahl von Remscheider Unternehmen bei der Standortsicherung geholfen.

(RP)
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