„Ohne Umgehung kein Gewerbegebiet“

Bergisch Born : „Ohne Umgehung kein Gewerbegebiet“

Die Städte Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen planen ein Gewerbegebiet in Bergisch Born. Anwohner machen sich Sorgen über die Verkehrsbelastung. Die Bezirksvertretung Lennep beschäftigte sich jetzt mit dem Thema.

Das von den Städten Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen geplante städteübergreifende Gewerbegebiet am Gleisdreieck Bergisch Born sorgt nicht bei allen für Euphorie. Gerade Anwohner aus Bergisch Born sorgen sich um die Zunahme von Schwerlastverkehr, sollte das Gewerbegebiet südlich der Balkantrasse und der Trasse des Wasserquintetts realisiert werden.

Hermann Josef Hohn, einer der Gründer der Interessengemeinschaft Bergisch Born, durfte in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lennep die Bedenken der Bergisch Borner vortragen. Der Schwerlastverkehr sei derzeitig schon unerträglich. Bis zu diesem Sommer strapazierte außerdem die Dauerbaustelle auf der viel genutzten Bundesstraße 51 die Nerven von Anwohnern und Pendlern zwischen Lennep und Wermelskirchen. Im Frühjahr 2019 soll der zweite Bauabschnitt Richtung Lennep ab der Raiffeisenstraße erfolgen. Das bedeutet erneut Umleitungen und Staus.

Gerade deshalb sei die Anbindung an das geplante Gewerbegebiet von großem Interesse für die Bürger, hob Hohn hervor. Bisher habe es darüber aber noch keine konkreten Informationen gegeben, bemängelte er. In der Mitteilung der Verwaltung heißt es, dass „die Erschließung über Anschlüsse an das bestehende Verkehrswegenetz in Hückeswagen und Wermelskirchen erfolgen“ soll. Konkrete Planungen zur Realisierung der Umgehungsstraße für Bergisch Born, die B51n, gibt es bisher jedoch nicht. Es ist unklar, ob und wann sie kommen soll. Die Einwohner fürchten deshalb mit der Erschließung des Gewerbegebietes eine Mehrbelastung an Verkehr.

Man müsse den Fuß in der Tür halten, damit die Bewohner nicht am Ende durch die Planungen in Mitleidenschaft gezogen werden, mahnte BV-Mitglied Heinz-Dieter Rohrweck (CDU). „Ohne den Bau der B51n wird es auch kein Gewerbegebiet geben“, betonte Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU). In der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zur Änderung des Flächennutzungsplans, den die BV einstimmig in der Sitzung beschloss, sei es wichtig, auch die Dinge wie Verkehr, Lärm und Schmutzbelastung zu berücksichtigen.

Kötter forderte, dass die geplanten Gewerbegebiete in Lennep, darunter auch die sogenannten Erdbeerfelder, fortan ständig auf der Tagesordnung für die BV-Sitzungen stehen sollten. So sei man über jede noch so kleine Veränderung zeitnah informiert und könnte notfalls sofort agieren. „Jegliche Verschlechterung zur aktuellen Situation wird Widerstand in der BV auslösen“, warnte Kötter in Richtung Verwaltung. Eine vernünftige Planung sei gefragt. Die BV wolle gerne gemeinsam mit der Verwaltung an entsprechenden Lösungen arbeiten.

Erst im Mai unterzeichneten die Oberbürgermeister der drei Städte die Absichtserklärung zur partnerschaftlichen Flächenentwicklung für das bisher landwirtschaftlich genutzte Gebiet, nachdem es lange an der Wermelskirchener Seite gescheitert war. Ziel sei es nun, bis 2023 dort Gewerbe anzusiedeln, um die Wirtschaft der Städte zu stärken. Bis zu 35 Hektar groß könnte das Industriegebiet werden. Rund 19 Hektar davon gehören zum Remscheider Stadtgebiet.

Am 20. Februar 2019 werden die Lokalpolitiker in Bergisch Born tagen. Kötter hofft auf eine rege Beteiligung der Bürger aus dem Stadtteil.

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