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NRW-Umweltausschuss: Landespolitiker im Remscheider Forst

Mitglieder des Umweltausschusses : Landespolitiker im Remscheider Forst

Mitglieder des Umweltausschusses im Düsseldorfer Landtag informierten sich vor dem großen Waldgipfel am 11. November bei einem Ortstermin im Remscheider Stadtforst über den Wald im Klimastress.

Die parlamentarische Woche begann für einige Mitglieder des Düsseldorfer Landtags am Montag nicht in ihren Büros in der Landeshauptstadt, sondern beim Waldspaziergang im Remscheider Forst. Zwei Stunden lang informierten sich Mitglieder des Umweltausschusses im Regen bei einem Ortstermin im Grünzug bei Küppelstein über den „Wald im Klimastress“.

Dass sich die Reisegruppe vor dem großen NRW-Waldgipfel am 11. November ausgerechnet in Remscheid Informationen aus erster Hand holte, kommt nicht von ungefähr. Markus Wolff, bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) zuständig für Grünflächen, Friedhöfe und Forstwirtschaft, ist Mitglied der „Task Force Käfer“ im NRW-Umweltministerium, die eine Antwort auf die massiven Probleme sucht, die der Klimawandel und die damit einhergehende Trockenheit seit zwei Jahren in den heimischen Wäldern verursachen. Wie berichtet, sind vor allem die Fichten stark betroffen. In Massen werden vom Borkenkäfer befallene Bäume aus den Wäldern geholt, um die Schäden in Grenzen zu halten. Abnehmer für das Holz zu finden, wird immer schwerer.

Die vielen Berichte über klimabedingte Schäden hätten den Wald mitten ins Bewusstsein der Bevölkerung gebracht, sagte die Vorsitzende des Umweltausschusses, Dr. Patricia Peill (CDU). Den Menschen sei klar geworden, dass großer Handlungsbedarf besteht. „Wir nehmen wichtige Botschaften mit von diesem Besuch“, sagte sie bei einem Pressetermin.

Unter anderem die, dass ein klimagerechter Umbau des Waldes auch eine höhere Abschussquote beim Wildbestand braucht, damit die als Ersatz gepflanzten jungen Bäume nicht gleich weggefressen werden.

Wolff plädierte dafür, dass die insgesamt 100 Millionen Euro, die das Land in den kommenden zehn Jahren in die Gesundheit der heimischen Wälder investieren will, „nicht mit der Gießkanne verteilt werden“. Anstrengungen für eine nachhaltige Waldwirtschaft müssten auch belohnt werden.

Und zwar auch bei den privaten Waldbesitzern, wie Marie-Luise Fasse von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erklärte. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung könnten die massiven Probleme angegangen werden. Zwei Zahlen machen das deutlich: 70 Prozent des Waldes in Deutschland ist in der Hand von 152.000 privaten Waldbesitzern. Fasse forderte ein Umdenken auch bei den Nutzern des Waldes. Dass Reitern für die Nutzung der Waldwege eine Gebühr abverlangt werde, sei der richtige Ansatz.

Es gehe darum, langfristig funktionierende Lösungen zu finden, sagte Rainer Deppe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Düsseldorfer Landtag. Etwa bei der Suche nach Baumarten, die mit den Veränderungen im Klima besser klarkommen als etwa die Fichten. Hier habe das Bergische Land eine Art Versuchslabor gleich vor der Haustür. Das Arboretum im Burgholz in Wuppertal biete seit 50 Jahren Anschauungsmaterial zu diesem Thema.

Patricia Peill wandelte vor der Weiterfahrt zum nächsten Termin ein berühmtes Zitat des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy um, um die Zielrichtung für die nächsten Wochen zu umschreiben. Es gehe nicht mehr darum, was der Wald für uns tut, sondern darum, „was wir für den Wald tun können“.