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Niedrigwasser in Remscheider Talsperren

Remscheider Talsperren : Wupperverband warnt vor Betreten der Uferbereiche

Die Wuppertalsperre ist nur noch zu 29 Prozent gefüllt. Damit werden immer mehr Uferbereiche zugänglich. Das übt auf Spaziergänger seinen eigenen Reiz aus. Dabei ist der trocken gefallene Untergrund nicht überall tragfähig und birgt das Risiko einzusinken.

Der Pegel ist weiter gefallen. Die Wuppertalsperre ist nur noch zu 29 Prozent gefüllt, Mitte des Monats waren es noch 35 Prozent. Damit werden immer mehr Uferbereiche zugänglich, die üblicherweise unter Wasser liegen. Das übt auf Spaziergänger seinen eigenen Reiz aus. Doch der Wupperverband warnt: Der trocken gefallene Untergrund sei nicht überall tragfähig und berge das Risiko einzusinken.

Damit schließt sich der Betreiber der Talsperren im Bergischen einer Warnung an, die der Ruhrverband herausgegeben hat: „Das Betreten trockener Uferbereiche von Talsperren ist lebensgefährlicher Leichtsinn.“ So dramatisch mag Susanne Fischer die Risiken an der Wuppersperre nicht einschätzen. Aber: „Es ist besser, die Uferbereiche zu meiden“, erklärt die Sprecherin des Wupperverbandes.

Die Talsperre leistet unterdessen weiter ganze Arbeit. Ohne ihr Wasser wäre die Wupper in Wuppertal von wenigen Unterbrechungen abgesehen längst trockengefallen. Das war zuletzt im Supersommer 1959 der Fall. Damals führte der Fluss kaum mehr einen Tropfen Wasser. Heute garantiert die Sperre einen Pegel von mindestens 3,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Er konnte auch in diesem Supersommer gehalten werden.

Daran wird sich auch bei weiterer Trockenheit vorläufig nichts ändern, sagt Susanne Fischer. Sollte die 227 Hektar große und normalerweise rund 27 Millionen Kubikmeter Wasser fassende Wuppertalsperre tatsächlich einmal komplett trockenfallen, stünde immer noch die Bevertalsperre als Reserve bereit. Wie die Wuppertalsperre ist sie eine Brauchwassersperre, noch drei Viertel voll und per Ringleitung mit der Wuppertalsperre verbunden.

Um ihr Trinkwasser müssen sich die Remscheider ebenfalls keine Sorgen machen. Die Große Dhünn-Talsperre, aus der die Energie und Wasser GmbH ihr Wasser beziehen, ist noch mehr als halbvoll. Doch, schätzt Susanne Fischer: Das sichtbare Absinken der Pegel in den sonst reich gefüllten Talsperren habe aber auch sein Gutes: „Die Trockenheit hat den Wert des Wassers wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Vom Wasser hängen alle ab.“

Deshalb hoffen die Wasserversorger natürlich auf den großen Regen. Der Herbst ist die Zeit, in der sich die Talsperren wieder füllen, weil der Regen dann in der Natur nicht mehr gebraucht wird und die Böden gesättigt sind, so dass das Wasser abfließt und von den Bächen in die Sperren transportiert wird. Dann ist es in Kürze wieder vorbei mit den Spaziergängen auf dem Grund der Wuppertalsperre. Ihre vielen Zuflüsse werden sie rasch wieder füllen.

Vor Altlasten müssen sich die Spaziergänger dort übrigens nicht fürchten. Tatsächlich wurde an den Uferbereichen des Rheins jüngst Weltkriegsmunition gefunden, die dort bislang unter Wasser lag. Bevor in den 80er Jahren die Wupper angestaut wurde und das Tal zwischen Remscheid und Radevormwald flutete, war es von Kampfmitteln geräumt worden. Statt Granaten tauchte an der Kräwinkler Brücke jüngst ein Autowrack auf. Es dient den Rettungstauchern als Übungsobjekt.