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Remscheid: "Neue Mitte" — Finanzierung wackelt

Remscheid : "Neue Mitte" — Finanzierung wackelt

Das geplante Stadtteilzentrum "Neue Mitte" am Honsberg ist finanziell längst noch nicht in trockenen Tüchern. Nach Informationen unserer Redaktion decken die geplanten Mieteinnahmen nicht die laufenden Kosten, die die Gewag als Bauherr der Stadt in Rechnung stellen will.

Es fehlen mehr als 60 000 Euro im Jahr. Auch soll die evangelische Kirche als Besitzer des Grundstücks einen höheren Kaufpreis von der Stadt fordern.

Das Stadtteilzentrum soll das alte Gemeindehaus ersetzen. Als Mieter sind die evangelische und die katholische Kirche, der Stadtteil e.V., Lindehonf, die Arbeiterwohlfahrt und ein türkischer Verein vorgesehen.

Diese Partner der Stadt gehen bislang von einer Miete aus, die den Betrieb nicht sicherstellen würde. Projektleiter Hans-Gerd Sonnenschein wollte gegenüber der BM die Zahlen nicht bestätigen, sagte aber, dass es "eine Finanzierungslücke" gebe. Derzeit sei man "in Gesprächen", um das Problem zu lösen. So will man die Gewag bewegen, den Teil der Miete, der sich aus den Betriebskosten wie Energie oder Hausmeisterservice ergibt, noch mal zu überdenken und nach unten zu korrigieren.

Sollte sich die Gewag auf diese Idee einlassen, müsste der Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsbaugesellschaft noch zustimmen. Ein Gutachten soll zudem klären, welchen Wert das Kirchengrundstück hat. Daher, so sagte Sonnenschein, könnten die Fragen der Politik zum Thema noch nicht abschließend beantwortet werden. Gelinge die "Neue Mitte" als Impulsprojekt nicht, sei der gesamte Stadtumbau West in Honsberg und Stachelhausen in Gefahr.

Politik will die Zahlen wissen

CDU und Wählergemeinschaft drängen seit längerem auf eine transparente Darstellung der Kosten und Folgekosten für das Projekt, das vor allem der SPD sehr am Herzen liegt. "Wir müssen wissen, ob Folgekosten auf die Stadt zukommen", sagte W.i.R.-Fraktionschef Wieland Gühne der BM. Ende des vergangenen Jahres hatte die Stadt einen Bewilligungs-Bescheid über Fördermittel in Höhe von 4,95 Millionen Euro für das Projekt erhalten.

(RP)