Neue Gesichter in der Führungsetage

Remscheid: Neue Gesichter in der Führungsetage

Andreas Levermann (51) ist neuer Leiter des Standesamtes. Der Jurist Harald Pietz (49) leitet den städtischen Fachdienst Recht und Datenschutz. Beide haben sich als externe Bewerber durchgesetzt.

Mitarbeiter mit guten Qualifikationen haben zurzeit beste Aussichten, einen Job ihrer Wahl im öffentlichen Dienst zu finden. Der Markt ist ein Bewerbermarkt. Zwei wichtige Schaltstellen hat die Stadt nun mit externen Bewerbern besetzt. Andreas Levermann (51) ist neuer Leiter der Abteilung Standesamt im Fachdienst Bürger, Sicherheit und Ordnung. Harald Pietz (49) übernimmt die Leitung des städtischen Fachdienstes Recht und Datenschutz und hat damit die Nachfolge von Dietmar Klee - seit Mitte vorigen Jahres Projektkoordinator Designer-Outlet-Center (DOC) - angetreten.

20 Paare hat Andreas Levermann bereits in Remscheid getraut. Vor vier Wochen trat der Sauerländer seine Stelle im Bergischen an. Das Standesamt ist die Visitenkarte der Stadt. Jeder Bürger hat mit ihm zu tun. Bei Geburt, Heirat und Todesfall. Levermann schlug erst spät diese Beamtenlaufbahn ein. Zunächst studierte der Vater von drei erwachsenen Kindern Musik. Er absolvierte aber auch eine Schlosserlehre. Bei der Bundeswehr arbeitete er als Diplommusiker - und spielte Fagott. Der Spaß an der Juristerei und dem Bürgerlichen Gesetzbuch ließen ihn umschwenken auf eine Verwaltungslaufbahn. Als Dozent an der Hochschule in Bad Salzschlirf ist er zudem als Fachmann für Personenstandsrecht und Internationales Namensrecht gefragt. In Hemer leitete er zuvor das Standesamt. Sein Lieblingssatz am Ende einer Trauung lautet: "Ich wünsche ihnen einen schönen Tag, ein schönes Fest und ein schönes Leben." Mit der Berufung von Levermann ist auch die Personalnot in diesem Amt vorerst behoben.

Als "Anwalt der Stadt für alle Fälle" könnte man Harald Pietz bezeichnen. Der Oberverwaltungsrat startete seine Karriere als Verwaltungswirt in der Stadtverwaltung Essen. An der Ruhr-Universität Bochum legte er später sein juristisches Examen ab. Die vergangenen drei Jahre leitete er das Ordnungsamt in der badischen Stadt Walds-hut-Tiengen (23.000 Einwohner). Nun zog es ihn wieder Richtung Ruhrgebiet, wo er mit seiner Partnerin lebt. Auftrag von Pietz ist es, Streiterein und Prozesse bereits im Vorfeld zu vermeiden, die zum Schaden der Stadt sein könnten. Daher laufen alle juristisch eventuell kniffligen Fälle über seinen Schreibtisch. "Wir haben die Stelle mit externen Bewerbern besetzt, um für neuen Schwung zu sorgen", sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gestern bei der Vorstellung. Jeweils sechs Bewerber kamen in die Endauswahl.

"Wir haben nach dem Bestenprinzip ausgesucht", sagte Beigeordnete Barbara Reul-Nocke. Die neuen Führungskräfte arbeiten in ihrem Dezernat. OB Mast-Weisz sieht in der Personalentwicklung einen wichtigen Baustein für die zukünftige Arbeit in der Verwaltung. Themen wie Arbeitsbedingungen, Ausbildung und Gesundheitsmanagement spielten dabei eine große Rolle. Das Durchschnittsalter der Angestellten liege bei über 50 Jahren. Der Plan zum weiteren Stellenabbau sei aber unumstößlich, auch wenn es wehtue, sagte der OB.

(RP)