1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: Neue Galerie vor die Wand gefahren

Remscheid : Neue Galerie vor die Wand gefahren

Die multifunktionale Nutzung der Räume an Markt 13 pries der eine oder andere vor sechs Monaten noch als Gewinn an. Doch inzwischen scheint die Bildende Kunst der Verlierer zu sein. Eine Folgeausstellung ist nicht in Sicht.

REMSCHEID Zur Eröffnung der Galerie am Markt 13 im Dezember des vorigen Jahres hatten die Köche von "Arbeit Remscheid" ein schönes Buffet zubereitet. So wie es sich gehört für eine Vernissage in neuen Räumen. Die Stadtspitze verlieh der Feier durch die Anwesenheit des fast kompletten Verwaltungsvorstands besondere Bedeutung. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Kämmerer Sven Wiertz, Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann und Sozialdezernent Thomas Neuhaus waren zugegen. Reinhard Jammers (Vorsitzender Pro Arte) und Mitglieder des Kunstvereins wohnten der Einweihung mit Werken des Grafikers Gerd Arntz bei. Es werde zwar noch einige Zeit dauern, bis sich alles eingespielt habe, sagte der OB damals. Doch nach einem halben Jahr Galeriebetrieb hat sich nichts eingespielt. Im Gegenteil: Es hat sich vorerst ausgespielt.

Die Werke von Gerd Arntz lagern bereits seit einigen Wochen wieder im Archiv. "Wir haben sie vorsorglich abgenommen, damit sie beim Tag der Städtebauförderung nicht beschädigt werden", sagt Arnd Zimmermann, zuständig für Kulturmanagement der Stadt. Eine neue Ausstellung ist vorerst nicht in Sicht.

  • Remscheid : Galerie eröffnet mit Gerd Arntz
  • Remscheid : SPD: Galerie am Markt 13 ist gescheitert
  • Remscheid : Humpert: Küster soll Markt 13 leiten

Die Räumlichkeiten am Markt 13 werden in mehrfacher Hinsicht genutzt. Dort ist das Seniorenbüro untergebracht, dort arbeiten die Mitarbeiter des Projektes "Mosaik", die den Zusammenhalt der Remscheider Bürger untersuchen, und Stadtentwickler, die sich über die Zukunft der Innenstadt Gedanken machen. Besucher von Kunstausstellungen mussten sich erst einmal daran gewöhnen, Drucke von Gerd Arntz neben Stadtplänen und hinter Büromöbeln und vor dem WC-Eingang zu finden. Die multifunktionale Nutzung pries der eine oder andere damals als Gewinn an. Doch inzwischen scheint die Bildende Kunst der Verlierer zu sein.

Bei der Eröffnung gab es bereits ein Programm für die künftigen Ausstellungen. Bernhard Guski, der Maler und Bildhauer aus Hückeswagen, sollte auf Gerd Arntz folgen. Eröffnung Anfang Mai. "Ich habe im März einen Anruf bekommen von Herrn Kühn (Pro Arte), dass es mit den Räumlichkeiten vorerst nicht klappen würde", sagt Guski. Seitdem gab es keinen Kontakt mehr. Guski hat die Ausstellungsräume auch noch nicht gesehen. "Man hat mir noch keinen Termin angeboten", sagt der Künstler.

Die ernüchternden Erfahrungen mit der Ausstellung Arntz haben in der Stadtverwaltung zu grundsätzlichen Überlegungen geführt, wie der Galeriebetrieb weitergeführt werden könnte. "Wir wollen uns im Juni mit Pro Arte zusammensetzen, um zu überlegen, wie Kooperationen aussehen könnten", sagt Zimmermann. Bisher fehlt es an der Minimalausstattung, um dort einen vernünftigen Ausstellungsbetrieb zu installieren. "Unser Problem ist, dass dort unterschiedliche Gruppen sich die Räume teilen, wir keine regelmäßigen Öffnungszeiten haben und es an Personal fehlt", sagt Zimmermann. Die Galerie am Markt ist bisher sich selber überlassen worden. Zur Ausstellung Gerd Arntz gab es nur eine Führung von Dr. Urs Diederichs, ehemaliger Direktor des Werkzeugmuseums. Sechs Monate nach der Eröffnung weiß keiner genau, wie es weitergehen soll: Wer kuratiert das Programm? Wer organisiert Führungen? Wer ist für Werbung und Information zuständig? Fest steht nur: Es darf kein Geld kosten. Reinhard Jammers bekräftigt, Pro Arte würde Ausstellungen fördern. Für die Organisation sei der Verein aber nicht zuständig.

(RP)