Remscheid Netzwerken auf innovative Art

Remscheid · Zwei Remscheider haben ein Angebot erstellt, mit dem eine Digitalisierungslandkarte im Bergischen erstellt werden soll.

 Martin Mayer, Geschäftsführer von SGP (li.), und Tobias Dehler, Geschäftsführer von Tangolima, haben Bergisch.io aus der Taufe gehoben.

Martin Mayer, Geschäftsführer von SGP (li.), und Tobias Dehler, Geschäftsführer von Tangolima, haben Bergisch.io aus der Taufe gehoben.

Foto: Bio

Die Herausforderungen der Digitalisierung sind groß. Gut tut der, der den Mut hat, sich auf Pfade jenseits des Mainstreams zu begeben. Denn als Untertitel zur Digitalisierung könnte durchaus der Begriff der Innovation stehen. Wer nur auf Nummer sicher geht, wird schnell von mutigeren Mitbewerbern abgehängt werden.

Das haben sich auch Tobias Dehler, Geschäftsführer von Tangolima, und sein Partner Martin Mayer, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur SGP, gedacht. Die beiden Remscheider Unternehmer sind interessiert an neuen Wegen und haben mit Bergisch.io in sehr kurzer Zeit ein neues Projekt ans Laufen gebracht, das sich zum Ziel gesetzt hat, eine Digitalisierungslandkarte des Bergischen Landes zu werden. "Im Oktober haben wir erstmals die Idee in den Raum geworfen, konkret drüber gesprochen haben wir im Januar", sagt Mayer. Aus diesen ersten, lockeren Gesprächen ist dann in nur wenigen Wochen eine Website gewachsen, auf der bereits jetzt 46 sogenannte Digitalisierungspartner zu finden sind.

Das Prinzip ist dabei ganz simpel und könnte mit dem Motto "Gleich und gleich gesellt sich gern" überschrieben werden - mit enger regionaler Prägung. "Es geht uns ganz klar um das Bergische Städtedreieck Remscheid - Wuppertal - Solingen. Dazu kommen dann die Städte drumherum, wobei eine Stadtgrenze mindestens eine Stadt aus dem Dreieck berühren muss", sagt Dehler. So wolle man zumindest eine gewisse Eingrenzung vornehmen, um das Angebot nicht uferlos werden zu lassen. Inhaltlich gehe es um Unternehmen, für die das Thema Digitalisierung wichtig sei: "Die Zielgruppe ist aber breitgefächert, neben Beratung, Programmierung und Hosting umfasst es auch Bereiche wie Marketing und Finanzierung", sagt Mayer.

Hintergrund für die Idee sei gewesen, dass es zwar Google und andere Suchmaschinen gebe, diese aber nur wenig spezifisch seien: "Wir sind beide im Digitalisierungsausschuss der Industrie- und Handelskammer. Dort kam immer wieder die Frage auf: Welche Firmen und digitalen Angebote gibt es eigentlich in der Region?", sagt Mayer. Klar könne man dies googlen: "Es fehlte uns aber ein spezieller Überblick", ergänzt Dehler. Mit ihrem neuen - und übrigens kostenfreien - Angebot wolle man den Spagat zwischen den ganz großen und den kleinen Ideen machen: "Wir holen sowohl die ab, die nur eine grobe Idee im Kopf haben, als auch jene, die ganz konkret etwas Bestimmtes suchen", sagt Dehler.

Das Duo hat bewusst darauf verzichtet, das Angebot kostenpflichtig zu machen. "Wir machen das Ganze aus der Leidenschaft heraus neben dem Beruf. Wir sind ganz ohne die Frage der Finanzierung an das Thema herangegangen", sagt Dehler. Das Angebot lebt also vom Engagement der beiden Unternehmer. Aber natürlich hätten sie selbst auch ein Interesse daran, auf diese Weise neue Kontakte zu knüpfen: "Es hilft, auf schnelle Art einen besseren Eindruck vom jeweiligen Unternehmen zu bekommen", sagt Dehler. Und letztlich geht es auch hier ums Netzwerken - nur eben auf eine neue und innovative Art und Weise.

Seit Anfang Mai ist die neue Plattform nun online. Wenn man sie aufruft, kann man auf der Startseite einen Slider mit der Kurzbeschreibung von acht zufällig aus allen vertretenen ausgewählten Unternehmen sehen, dahinter verbergen sich dann ausführliche Porträts über die Unternehmen. In den gerade mal vier Wochen, die Bergisch.io online ist, haben sich bereits fast 50 Betriebe registriert. Als mittelfristiges Ziel haben Mayer und Dehler sich eine dreistellige Zahl von Eintragungen gesetzt.

(RP)