Nacht des Sports: Remscheid ehrt seine erfolgreichsten Sportler

Nacht des Sports: Große Bühne für Remscheids Sportler

Stadt, Sportbund und Bergische Morgenpost ehrten im Teo Otto Theater in stimmungsvoller Kulisse die Sportler des Jahres 2018. Einige Besucher wurden dabei spontan Teil des Bühnenprogramms.

400 Menschen klatschen mit einem Finger in die flache Hand. Erst zaghaft, dann kräftiger. Das Geräusch von 800 Händen verbindet sich zum Klang eines warmen Regens. Pantomime Julien Cottereau aus Frankreich hebt seine Mütze, schließt die Augen und lässt die imaginären Tropfen genießerisch auf seine Stirn tropfen. Ein kurzer, magischer Moment. Aus dem sanften Regen wird lauter Applaus.

Warmen Applaus gab es oft und ausgiebig bei der „Nacht des Sports“ im Teo Otto Theater, bei der Stadt, Sportbund und die Bergische Morgenpost die Sportler und Sportlerinnen des Jahres 2018 ehrten. Etwa für Sina Böhme, die bei den Frauen die meisten der insgesamt 4000 abgegebenen Stimmen holte. Die Duathletin berichtete, wie sie nach einem Jahr voller Verletzungen („das reichte vom Zeh bis hoch zum Zahn“) sich einfach mal zum Test beim Wettkampf „Swim & Run Cologne“ anmeldete und überraschend den dritten Platz belegte. Ihre Erkenntnis: Einmal auf der Strecke, erinnere sich der Körper von selber an das, was zu tun ist.

Donnernder Applaus auch für den Sieger bei den Männern. Alexander Ober, Rollhockeyspieler bei der IGR Remscheid, nahm 2018 gleich in zwei Teams der Nationalmannschaft an der Europameisterschaft teil. Und wurde als Neuling auch noch gleich mit viel Spielzeit belohnt. Damit und mit seinen vier Toren beim Turnier sei er sehr zufrieden, berichtete er. Nach dem Abitur hat er in Wuppertal gerade sein Studium begonnen. Er bleibt seinem Verein, der an diesem Abend auch mit zwei Mannschaften nominiert war, also erhalten.

Bei der Kür der Jugendmannschaft des Jahres musste das gemischte U13-Team der IGR der Nachwuchsgruppe der Artistic Jumpers den Vortritt lassen, die im Jahr davor in Zwergenkostümen einen Teil des Bühnenprogramm bestritten hatten. Die Kunstturner-Mannschaft, die drei mal in der Woche trainiert, hatte sich für das Bundesfinale qualifiziert, wo sie auf Teams traf, die schon allein durch ihre deutlich größere Besetzung am Anfang ein wenig einschüchternd gewirkt hätten, berichtete die junge Truppe.

Erstaunlich wenig nervös sei er lange Zeit vor seinem Auftritt in der Vox-Castingshow „The Voice of Germany“ gewesen, berichtete Florian Alexander Kurz im Interview mit dem Leitenden Regionalredakteur der Bergischen Morgenpost, Guido Radtke, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz durch den Abend führte. Erst als es auf die Bühne ging, sei ihm etwas mulmig geworden. Zwar reichte es für den jungen Remscheider nicht bis ins Finale. Seine TV-Auftritte bescheren im aber weiterhin viele Nachfragen. Auf der Theater-Bühne in Remscheid sang der schlaksige Sänger mit dem Zöpfchen drei Songs mit deutschen Texten und wurde mit reichlich Applaus belohnt.

Bescheiden auch das Auftreten des Serien-Siegers bei der Wahl zum Jugendsportler des Jahres, für Nino Zirkel. Er sei halt nicht der Größte, antwortete der Leichtathlet der LG Remscheid trocken, warum er sich beim Neunkampf (hier wurde er NRW-Meister) vor allem in den technischen Disziplinen konzentriere.

Voll auf der Bühne wird es bei der „Nacht des Sports“ traditionell bei der Ehrung der Mannschaft des Jahres. Diesmal gab es etwas mehr Platz als üblich. Denn ein Großteil vom weiblichen Magic Team des RTV weilt gerade in Dresden für einen Sichtungswettbewerb, um sich für die Europameisterschaften zu qualifizieren. Das schwerste sei eigentlich, immer alle 16 Mitglieder des Rollkunstlauf-Teams gemeinsam zum Training zu versammeln, berichteten die drei Damen, die zur Nacht des Sports entsendet wurden. Ihre Freude über die Wahl zur Mannschaft des Jahres 2018 war groß.

Die Besucher hatten sich den anschließenden Gang zum Buffet im Theater-Foyer aber nicht nur durch viel Applaus verdient, sondern zum Teil auch durch aktives Mitwirken am Bühnenprogramm. Julien Cottereau holte sich zwischendurch für eine pantomimisch-lautmalerische Fußballeinlage einen jungen Sportler der IGR auf die Bühne, der den unsichtbaren Ball sofort aufnahm und damit für beherzte Lacher sorgte. Die gab es auch für das Pistolen-Duell mit einem Freiwilligen, bei dem auch ein Dame aus dem Publikum mit bemerkenswerter Geduld auf der Bühne das Opfer mimte, das es aus den Händen des Schurken zu befreien galt. Im kommenden Jahr wird sich so mancher Besucher genauer überlegen, wo er im Theater Platz nimmt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Nacht des Sports in Remscheid

(gra)
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