Remscheid: Musikalische Umsetzung der Schöpfungsgeschichte

Remscheid: Musikalische Umsetzung der Schöpfungsgeschichte

Im Rahmen des Projekts "Lichte Stille" veranstaltet die Evangelische Kirchengemeinde gemeinsam mit der Katholischen Gemeinde St. Suitbertus ein Chorkonzert mit zeitgenössischer Musik.

Das Projekt "Lichte Stille - Neue geistliche Musik im Bergischen Land" geht in seine finale Runde. Gestartet im Jahr 2016 hat es die Grundidee, Kirchenmusik, Erwachsenenbildung und Seelsorge zusammenzuführen. In einer Kooperation von Erzbistum, Evangelischer Kirche im Rheinland und dem Land Nordrhein-Westfalen sind in den vergangenen beiden Jahren nicht nur bekannte Musik, sondern auch neue Kompositionen an verschiedenen Orten im Bergischen Land aufgeführt worden. Auch Remscheid ist in diesem Jahr wieder mit dabei - zwei ökumenische Veranstaltungen finden im Mai zum einen in der Evangelischen Stadtkirche am Markt und zum anderen in der Kirche St. Suitbertus an der Papenberger Straße statt. Mit dem lettischen Komponisten Rihards Dubra hat man zudem einen durchaus bekannten Komponisten für ein Auftragswerk gewinnen können: Die Kantate für Sopran, Bariton, Chor, Orgel, Harfe und Schlagzeug wird zusammen mit anderer zeitgenössischer Musik am Sonntag, 27. Mai, um 20 Uhr in St. Suitbertus uraufgeführt.

Möglich geworden sind die Beauftragung Dubras und die Aufführung mit den professionellen Musikern Hae Min Geßner (Sopran), Björn Köller (Bariton), Elke Steltner (Harfe) und Tido Frobeen (Schlagzeug) sowie Chören der Stadtkirchengemeinde und der Pfarrei St. Suitbertus durch Fördergelder sowie den Einsatz von Evangelischer Landeskirche und Erzbistum. "Hintergrund war auch, dass an den Hochschulen kaum Professoren unterrichten, die Literatur für Kirchenchöre schreiben", sagt Regionalkantor Dieter Leibold. Kantorin Ursula Wilhelm ergänzt: "Das Projekt steht unter dem Motto Klang, nachdem 2016 Raum und 2017 Zeit die Mottos waren." Man habe sich in der Folge überlegt, wie das Thema Klang umgesetzt werden könnte.

Als thematischer Unterbau haben Leibold und Wilhelm die Schöpfungsgeschichte genommen: "Daher haben wir als Titel auch 'Und Gott sprach...' gewählt. Ergänzend sind die Worte des Johannes-Evangeliums 'Am Anfang war das Wort' dazu gekommen", sagt Wilhelm. Ebenfalls verwendet sind die Texte aus den Gesangsbuch-Liedern "Der Geist des Herren erfüllt das All" (aus dem katholischen Gotteslob) und "Gelobet sei der Herr" (aus dem evangelischen Gesangsbuch). "Die Kantate, die mit über 30 Minuten Dauer vergleichsweise lang ist, hat Dubra aber komplett neu komponiert. Nur die Besetzung mit Orgel, Harfe, Schlagzeug und Gesang haben wir vorgegeben", erklärt Leibold.

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Neben dem Hauptwerk werden noch weitere Stücke zeitgenössischer Musik geboten: "So gibt es etwa Improvisationen am Schlagzeug von Tido Frobeen und ein Solo-Werk für Harfe, das Elke Steltner präsentieren wird", sagt Leibold. Aber auch die beiden Kantoren werden in die Tasten greifen und das Stück "Dialog" des modernen Komponisten Jan Janca darbieten: "Das ist wirklich sehr modern und schräg, aber auch spannend", finden Wilhelm und Leibold unisono. Der Titel sei wörtlich zu nehmen, da es sich dabei um eine "Unterhaltung" zwischen Kirchenorgel auf der Empore und Orgelpositiv im Kirchenraum handele.

Ebenfalls mit dabei sind Jugendliche der siebten Klasse der Nelson-Mandela-Sekundarschule, die sich bereits seit einigen Wochen gemeinsam mit Leibold und Wilhelm der Verklanglichung zweier Bibel-Geschichten widmen: "Wir wollten bei den Jugendlichen Interesse für moderne Musik und die Bibeltexte wecken", sagt Ursula Wilhelm. Die Gruppe sei zwar klein, dafür aber bei den Treffen mit Feuereifer bei der Sache.

(RP)