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Müngstener Brücke: „Skywalk-Idee ist naheliegend“

Müngstener Brücke : „Skywalk-Idee ist naheliegend“

Gerd Münnekehoff ist der „Vater“ der Skywalk-Idee auf der Müngstener Brücke. Der Maschinenbau-Ingenieur treibt sie trotz aller Widerstände weiter voran.

Der Skywalk Müngsten polarisiert. Von den SPD-Oberbürgermeistern Burkhard Mast-Weisz (Remscheid) und Tim Kurzbach (Solingen) sowie ihrem Parteifreund, dem Landtagsabgeordneten Sven Wolf, ins Spiel gebracht, stieß der Plan, einen Fußweg in die Müngstener Brücke zu bauen, nicht nur beim politischen Gegner auf Widerstand: Wahlkampfgetöse, zu teuer, zu unsicher.

Eine Aufregung, die Gerd Münnekehoff, der „Vater“ des Projekts, nicht verstehen kann. Die Skywalk-Idee sei völlig naheliegend, sagt der pensionierte Maschinenbau-Ingenieur: „Ich verstehe überhaupt nicht, warum das noch nicht passiert ist.“ Und ein reines Wahlkampfthema sei es schon gar nicht. Bereits im Juni 2019 habe er Sven Wolf die Idee per E-Mail vorgestellt.

Gerd Münnekehoff ist SPD-Mitglied, sein Engagement möchte er aber nicht parteipolitisch verstanden wissen. „Mir geht es um ein wirtschaftliches Konzept, darum, die Region wieder zu beleben“, sagt er. Und der Skywalk, der die Gemüter so erhitzt, sei ohnehin nur ein Teil davon: „Er ist eine Komponente, die attraktivste sicherlich, aber nur eine.“ Ziel sei es, das Bergische touristisch interessanter zu machen, sagt Münnekehoff. Kern des Gesamtkonzepts, das zahlreiche Optionen enthält wie eine Sommerrodelbahn oder einen historischen Zug, der zwischen Ohligs und Ronsdorf verkehrt, ist eine Verbindung der Radwege Korkenziehertrasse in Solingen und Balkantrasse in Remscheid. Und damit auch der beiden Altstädte in Gräfrath und Lennep.

Gerade einmal 2,22 Kilometer zusätzlicher Radweg müssten dafür gebaut werden, hat er errechnet. Davon rund 800 Meter unter und rund um die Brücke, etwa 220 auf Solinger Seite und der Rest in Remscheid. Unter anderem 600 Meter in der Nähe von Güldenwerth und 104 Meter neben dem Obi-Markt entlang der Neuenkamper Straße. Selbst eine Kostenkalkulation hat Gerd Münnekehoff bereits erstellt. Rund 500.000 Euro rechnet er, um die Brücke an die Radwege anzubinden, auf Solinger Seite mit einem 25 Meter langen Zubringer, auf Remscheid mit einem zwölf Meter langem, noch einmal maximal 500.000 Euro für Sicherheitseinrichtungen wie Netze und Eingangsschleusen und schließlich 150 Euro pro laufendem Meter Radweg. Macht zusammen knapp 1,25 Millionen Euro.

Die Kosten seien also kein Problem, sagt Münnekehoff, zumal es dafür Fördertöpfe gebe. Auch die Sicherheit schätzt er nicht problematisch ein. „Ich kann garantieren, dass von dem begehbaren Teil nie jemand runterspringen wird.“ Netze und andere Sicherheitstechnik könnten das verhindern. Und die rund acht Meter höher gelegene Ebene, auf der die Schienen verlaufen, sei ohnehin viel gefährlicher.

Die sei früher schon von Fußgängern genutzt worden, berichtet Gerd Münnekehoff. Illegal zwar, aber regelmäßig. „Meine Mutter stammt aus Küppelstein, die sind früher immer über die Brücke nach Solingen gegangen.“

So könnte der Skywalk nicht nur eine der Ursprungsideen für den Brückenpark Müngsten aufgreifen, in dessen ersten Entwürfen war auch ein Weg unter der Brücke vorgesehen, wurde dann aber nicht verwirklicht, sondern einer noch viel älteren Forderung nachkommen. Schon beim Bau der damaligen Kaiser-Wilhelm-Brücke sei die Forderung laut geworden, sie auch für Fußgänger zugänglich zu machen, berichtet Dirk Soechting in seinem Buch „Die Eisenbahnbrücke bei Müngsten über die Wupper“.

Gerd Münnekehoff möchte seine Idee weiter vorantreiben, trotz aller Widerstände. Der nächste Schritt sei es nun, eine Betreibergesellschaft zu gründen. „Ich bin mit der Bahn gut zurechtgekommen und bin mit den Verhandlungen soweit fertig. Jetzt brauchen wir jemanden, der auch Verträge unterschreiben kann.“