Müngstener Brücke – Rat berät Bewerbung für Weltkulturerbe

Projekt : Müngstener Brücke – Rat berät Bewerbung für Weltkulturerbe

Gemeinsam mit fünf anderen Brücken ähnlicher Bauart in Frankreich, Italien und Portugal soll die Müngstener Brücke von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt werden.

2017 einigten sich die beteiligten Kommunen in den vier Ländern darauf, eine sogenannte serielle, transnationale Bewerbung unter dem offiziellen Arbeitstitel „Europäische Großbaubrücken des 19. Jahrhunderts“ auf den Weg zu bringen.

Gestellt wird der Antrag am Ende nicht in allen vier Ländern, sondern nur in Portugal. Die anderen drei Länder sind Huckepack mit drin. Mittlerweile ist zu den ursprünglich fünf Brücken noch eine sechste, das Viaduc du Viaur bei Tanus in Südfrankreich, hinzugekommen. Die 110 Meter hohe Brücke wurde 1902 in Betrieb genommen.

Der Weg bis zur endgültigen Einreichung der Bewerbung ist noch lang, erfordert jede Menge Abstimmung auf internationaler Ebene. Und natürlich auch den Rückenwind der heimischen Politik. In dieser Woche steht das ehrgeizige Projekt auf den Tagesordnungen der Räte in Remscheid, Solingen und Wuppertal. Zwar sollen die Politiker dabei offiziell nur Kenntnis nehmen vom Stand des Verfahrens. Carsten Zimmermann, der bei der Stadt Solingen für die Koordinierung des europäischen Projekts zuständig ist, hofft aber, dass die Beratung weiteren Rückenwind bringt. Für die beteiligten Bahnunternehmen hat die Deutsche Bahn AG die Federführung unternommen. Sie nimmt Kontakt zu den Bahnen der anderen Länder auf.

Die gemeinsame Bewerbung soll die Chancen auf eine Aufnahme in die Weltkulturerbe-Liste erhöhen. Geplant ist, im Jahr 2020 auf die Vorschlagsliste von Portugal zu kommen. Das hat im Vergleich zu den anderen drei Ländern deutlich weniger Orte, die bisher als Weltkulturerbe anerkannt wurden. Anfang 2019 steht in Solingen das nächste Arbeitstreffen von Experten an. Dann soll die Arbeitsstruktur für das anspruchsvolle Antragsverfahren geklärt werden. Im März dann treffen sich die Partner bei einem Kongress in Italien, bei dem die Strategien für den Erhalt und die Nutzung der sechs Brücken geklärt werden sollen.

Das Bergische Land geht hier mit gutem Beispiel voran. Die umfangreiche Sanierung durch die Deutsche Bahn AG soll den Betrieb für viele weitere Jahrzehnte sichern.

Mehr von RP ONLINE