Remscheid: Müllsammler finden Kokain

Remscheid: Müllsammler finden Kokain

Bei der "Picobello"-Aktion stoßen Anwohner der Siedlung Christhauser Straße / Fontanestraße auch auf abgepackte Drogen-Tütchen. Insgesamt packten an zwei Tagen 3000 Menschen an, um die Stadt sauber zu machen.

Pünktlich zum Start ins Frühjahr waren am Wochenende wieder Remscheids Saubermänner und -frauen gefragt, um den Dreckecken im wahren Wortsinn den Kehraus zu bereiten. Im ganzen Stadtgebiet rückten Vereine, Anwohnergruppen oder auch private Initiativen dem Schmutz zuleibe und trugen tonnenweise Müll und Unrat zusammen.

So wie im Morsbachtal, wo mehr als 30 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Herausforderungen des Bergischen Landes einmal richtig kennen lernten. "Dort, wo wir vor 40 Jahren als Kinder herumgekraxelt sind, räumen wir nun auf", spielte Christian Mähler lachend auf die Tücken der glitschigen Anhöhen an. Ingo Gähl, Vorstandsmitglied des Vereins "Die Morsbacher", hatte die Aktion koordiniert und die Vereinsmitglieder mit Schaufel und Besen in verschiedene Richtungen ausströmen lassen.

Da der Frühjahrsputz entlang der stark befahrenen Straße nicht ganz ungefährlich ist, hatten sich die Aktiven mit Schutzwesten in Signalfarben ausstaffiert. Und die Straßenränder erwiesen sich genauso wie Waldstücke und Bushaltestellen als Fundort von allerlei unappetitlichen Hinterlassenschaften. Jede Menge Autoreifen, eine alte Schubkarre, Glasscherben, einen zerlegten Schrank und auch Einwegspritzen trug die Putzkolonne aus dem Morsbachtal zusammen.

Ein zuverlässiger Aktivposten bei der jährlichen "picobello"-Aktion im Städtedreieck sind auch die Anwohner der Siedlung Christhauser-/Fontanestraße. Und jedes Mal sind Erwachsene und Kinder aufs Neue überrascht, was sich rund um Spazierwege und Spielplätze in der Nähe ihrer Häuser so alles ansammelt. Eine Armada an leeren Flaschen hatte das Reinemach-Kommando auf einer Parkbank platziert. "Das ist unsere Bad-Bank", witzelte Thomas Bauer in Anspielung auf das geflügelte Wort aus der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Doch bei allem Humor können sich die Anlieger nur schwer damit abfinden, dass sich die Grünanlagen in ihrer Nähe in einem solchen Zustand präsentieren. Vielfach sind es Jugendliche, die sich im Schatten der Bäume treffen und dabei offenkundig billigen Fusel, Sekt und Alkopops im rauen Mengen konsumieren. Bislang haben die Anlieger davon abgesehen, die Ordnungsbehörden zu informieren. Mancher Bürger hat bei Ruhestörungen lieber das direkte Gespräch mit den Teenagern gesucht.

Dass beim Aufräumen nun aber sogar mehrere gebrauchsfertiges Tütchen mit Kokain gefunden wurde, bereitet den Lennepern doch Sorge. Und da sich bei der IG Christhauser-/Fontanestraße gleich mehrere Polizisten engagieren, gab's wenig Zweifel, dass es sich hier um einen echten Drogenfund handelte. Der Fund wurde der Polizei übergeben.

(RP)