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Moschee in Remscheid: Ditib wartet auf Eröffnung

Verzögerungen in Remscheid : Es fehlt nicht mehr viel bis zur Moschee-Eröffnung

Nach jahrelangen Verzögerungen ist die Endabnahme in Sicht: Das Gotteshaus der Ditib-Gemeinde in Stachelhausen könnte in der Pandemie eingeschränkt in Betrieb gehen. Es fehlen noch Prüf-Unterlagen.

Auch 81 Monate nach der Grundsteinlegung ist die neue Moschee an der Ecke Stachelhauser-/Weststraße noch nicht in Betrieb. Die Endabnahme fehlt. Jörg Schubert, Fachdienstleiter Bauen, Vermessung und Kataster bei der Stadt, bestätigte: „Wir stehen zwar in Kontakt zur Ditib-Gemeinde, aber es fehlen einige Prüfunterlagen.“ Der hiesige Ditib-Vorsitzende Metin Göcer, der über Monate für die Redaktion nicht zu erreichen war, bestätigte am Mittwoch Mittag, dass die TÜV-Abnahme komplett sei, als Letztes im Bereich der Lüftungsanlage nachgerüstet wurde und dort die finale Nachprüfung für den 10. Dezember terminiert ist. „Unser Architekt wird jetzt die fehlenden Unterlagen beim Bauamt einreichen“, erklärte Göcer. Gibt die Stadt grünes Licht, ist die Moschee endlich fertig.

Mittlerweile befindet sich der Bau des muslimischen Gebetshauses nach etlichen Verzögerungen im neunten Jahr, die dreijährige Vorbereitung eingerechnet. Anfang Februar 2014 wurde in dem industriell geprägten Umfeld mit dem Fundament begonnen. Die Bauherren der türkisch-islamischen Gemeinde waren guter Hoffnung, Ende 2015 erste Teilbereiche des viergeschossigen, kubistischen Baus beziehen zu können. Doch das ursprünglich 4,5 Millionen Euro teure Moschee-Projekt kletterte über die Jahre nicht nur auf knapp sechs Millionen Kosten, immer wieder gab es Stillstand, Umwälzungen im Vorstand und finanzielle Sorgen.

Die Zeitschiene wurde mehrfach nach hinten korrigiert. Im Januar 2020 verkündete Jörg Schubert im Ausschuss für Stadtentwicklung, dass das Baugenehmigungsverfahren für die Moschee im 5. Nachtrag beendet worden sei. Die Fachbehörde warte auf ein Signal der Ditib, dass die abschließende Fertigstellung des Bauvorhabens verkündet werden könne. Dabei blieb es. Ein Umstand, den Corona mitverantwortet. Metin Göcer, seit Dezember 2017 im Amt, ließ in den vergangenen anderthalb Jahren viele telefonische Anfragen unbeantwortet, nachdem er anfangs gerne die Baufortschritte, vor allem im von extra eingeflogenen türkischen Spezialisten prächtig ausgestatteten Gebetsraum präsentiert hatte.

Mehrere Fachleute, die mit der Realisierung betraut waren, aber im Schlussspurt nicht mehr beteiligt sind, berichten von den Schwierigkeiten, die der Verein mit 530 Mitgliedern hat, ein solch repräsentatives Objekt mit viel ehrenamtlicher Arbeit auf die Beine zu stellen.

Yunus Aydin war eine Zeit lang im Vorstand und half als Bauingenieur, das Nachtragsgenehmigungsverfahren sauber durchzubekommen. Er habe es zeitlich berufsbedingt nicht mehr geschafft, weiterzumachen, bedauert Aydin. Hilfe erfuhr er von Ahsen Karakoyun, ebenfalls Bauingenieurin in Remscheid, auch sie zog sich vom Moschee-Bau zurück, weil sie als Selbstständige mit ihrem Büro gefordert ist.

Seit mehreren Jahren sind die planerischen Köpfe des Projekts, das Kölner Architektenbüro Gerald Klapczynski/ Ali Ihsan Günes, raus. Günes sagt, dies sei ohne Groll geschehen, aber nach dem Vorstandswechsel von Himmet Ertürk zu Metin Göcer sei die Kommunikation zäher geworden. Die Zufriedenheit über das Erreichte bleibt. „Diese Moschee ist unser Kind, und sie ist ein Vorzeigeobjekt, auf das wir stolz sein können.“

Damit meint Günes nicht nur die eigenen Ideen für die nach Mekka gedrehte Begegnungsstätte mit der 3,30 Meter hohen Kuppel, dem 28,5 Meter hohen Minarett und dem markanten, von außen sichtbaren schwarzen Kaaba-Quader, sondern die Mitwirkung aller Beteiligten: „Ein großer Dank geht an den ersten Vorstand um Himmet Ertürk, Beate Wilding, Burkhard Mast-Weisz und die Sparkasse. Alle haben an einem Strang gezogen. Niemand hat geblockt.“