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Mondfinsternis fasziniert die Remscheider

Sternwarte : Mondfinsternis fasziniert die Remscheider

Zuschauer drängten sich, um besseren Blick zu erhaschen. Jung und alt sahen zum Himmel.

Ein beeindruckendes Schauspiel an einem wunderbaren Sommerabend: Erst verfinsterte sich der helle Vollmond, dann wandelte sich sein normalerweise silbriges Licht und wurde blutrot. Am Freitag war die längste Mondfinsternis (mit 103 Minuten) des Jahrhunderts zu bestaunen. Eine längere Mondfinsternis wird es erst wieder im Jahr 2123 geben.

Das Ereignis begann bereits, bevor der Mond bei uns gegen 21 Uhr im Südosten aufging. Zu dieser Zeit öffnete auch offiziell die Dr.-Hans-Schäfer-Sternwarte am Stadtpark. Doch vor Beginn stürmten etwa 200 Personen die Kuppel der Sternwarte und es entstand eine beängstigende, drangvolle Enge. Die Menschen quetschten sich auf der Balustrade, um das Schauspiel genau zu beobachten. Die Chance, einen Blick durch das historische Teleskop zu werfen, tendierte bei der Menschenmenge gegen Null.

Wie von Carsten Drawe, dem Vorsitzenden des Astronomischen Vereins Remscheid, prognostiziert, wurde es mit Beginn der Totalität gegen 22.22 Uhr spektakulär. Sein Hinweis, dass das Naturschauspiel auch vom Schützenplatz gut zu sehen sein würde, brachte etwas Entspannung. Die Erkenntnis, dass keine Chance bestand, in die Spitze des Bismarckturms zu gelangen, veranlasste viele Besucher dazu, die Sternwarte zu verlassen.

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Vor dem Turm standen viele Beobachter mit Fotoapparaten, um das Himmelsspektakel zu beobachten. Unter ihnen auch Günter Pütz, der gestand, dass er nach der Hälfte der Stufen zur Sternwarte hinauf umgekehrt war: „Da bekomme ich Klaustrophobie.“

Geduldig wartete Denis Petikic mit der inzwischen etwa 100 Personen umfassenden Menschenansammlung vor dem Bismarckturm auf den Zeitpunkt, wenn der gesamte Vollmond voll im Schatten der Erde blutrot schimmert. Auch Joachim Händeler wartete mit Frau und Kind auf das Ereignis, um es fotografisch festzuhalten. Der 86-jährige Ewald Chara vom Hasten war zum Schützenplatz gekommen, um ungehindert durch Häuser oder Bäume das Naturschauspiel beobachten zu können. Ebenfalls vom Hasten kam Max Tesche, um nach Beobachtung der Mondfinsternis noch mit seinem Kumpel auf die Rolle zu gehen.

Die Blutmond-Phase der Totalität dauerte bis 23.13 Uhr. Da der Mond zurzeit relativ weit von der Erde entfernt ist, zieht er von uns aus gesehen eher langsam. Zudem wandert er fast genau durch die Mitte des Erdschattens und damit durch dessen größte Ausdehnung. Schuld an der roten Farbe ist die Erdatmosphäre. Denn sie bricht das Sonnenlicht und streut dabei den roten Anteil des Lichts in den Erdschatten hinein. Dieses schwache Restlicht lässt den Mond rötlich erscheinen.