Remscheid: Mit Tanz und Spaß Werte vermitteln

Remscheid: Mit Tanz und Spaß Werte vermitteln

Das Projekt "dance academy remscheid" der Diakonie richtet sich an Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos. Zum Abschluss gibt es eine große Party im Vaßbendersaal.

Tanzen und gleichzeitig etwas über Dating oder Styling lernen, das ist das Ziel des neuen Projekts des Diakonischen Werks in Kooperation mit der Tanzschule Wieber. Die Veranstaltungsreihe, die sich an Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund richtet, heißt "dance academy remscheid". Im Zeitraum vom 20. Januar bis zum 17. Februar können 16- bis 27-Jährige in fünf kostenlosen Workshops Freestyle Dance, Hip-Hop oder etwa Popping Dance lernen. In den Pausen zwischen den Tanzblöcken erarbeiten Experten mit den Teilnehmern die jeweiligen Themen.

Es geht um die Rolle zwischen Mann und Frau, um Drogenmissbrauch und Anti-Aggressionstechniken, welches Styling zu welchem Typ passt oder darum, wie man richtig flirtet - also um Wertevermittlung. "Wir haben uns überlegt, wie kann ich etwas über Wertevermittlung jungen Leuten präsentieren", sagt Waseem Kabak, der seit einem Jahr bei der Diakonie als Sprachvermittler und Assistent arbeitet. Vor drei Jahren kam der Rechtsanwalt aus Syrien nach Deutschland. Deshalb kennt er die kulturellen Unterschiede, mit denen sich auch jugendliche Flüchtlinge auseinandersetzen müssen, genau. "Die Sprache zu lernen, ist sehr wichtig, aber nicht genug. Wir müssen auch die Kultur und Mentalität kennen", sagt Kabak.

Nach Gesprächen mit Mitgliedern des Netzwerks für Flüchtlingsarbeit entstand die Idee zur "dance academy", bei der in den vierstündigen Workshops komplexe Themen, die Jugendliche beschäftigen, mit Spaß aufgearbeitet werden. "Das Integrationsprojekt richtet sich nicht nur an Flüchtlinge, sondern an alle", betont Andreas Bunge, Projektentwickler bei der Diakonie. Die Referenten seien nicht nur Experten auf ihrem Gebiet, sondern haben auch Erfahrungen im Umgang mit der Zielgruppe. Die Schritte der Tanzstile bringen den Teilnehmern zwei Tanzlehrer bei. Finanziert wird das Projekt durch Mittel des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration Nordrhein-Westfalen.

"Musik ist etwas Internationales, etwas, das verbindet. Deshalb ist es ein gutes Instrument, um die Jugendlichen zu erreichen", verdeutlicht Thomas Homberg, Sozialarbeiter bei der Diakonie und pädagogischer Betreuer des Projekts. Deshalb hoffen die Initiatoren auch auf eine große Resonanz. Erste Anmeldungen gibt es bereits.

Ahmed Sato (27) gehört zu den ersten Teilnehmern. Der Syrer lebt seit zwei Jahren in Deutschland. Er tanzt gerne und interessiert sich für die Themen, will die deutsche Kultur verstehen. Speziell in puncto Dating habe er bereits ein Missverständnis erlebt. Das will er künftig vermeiden. Deshalb erhofft er sich besonders von den Tipps zum Thema Dating viel. "Es ist schwer, Kontakt zu knüpfen", sagt Ahmed Sato.

Zum Abschluss der Workshops gibt es dann eine große "After dance academy party", die am Samstag, 24. Februar, im Vaßbendersaal mit zwei DJs stattfindet. Die Veranstalter wünschen sich natürlich, dass der Saal voll wird. "Dabei sollen alle abfeiern können", verspricht Bunge. Der Eintritt zur Party ist kostenlos.

(RP)