Remscheid: Mit Hund lernen Schüler besser

Remscheid: Mit Hund lernen Schüler besser

Auf den Mittwochmorgen freuen sich die Schüler der Internationalen Klasse immer besonders. Denn an diesem Schultag ist an der Albert-Schweitzer-Realschule ein Lehrer mit vier Pfoten im Einsatz: Schulhündin Aimie.

Seit eineinhalb Jahren begleitet sie mittlerweile die Klasse. Die schwarze, fast zweijährige Labradordame ist der heimliche Star der 18 Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren. Geduldig lässt sie sich streicheln, reagiert auf Kommandos. Belohnt wird sie dafür mit einem Leckerli.

Die Ausbildung zur Schulhündin hat sie zwar noch nicht abgeschlossen. Ihre Hauptaufgabe erfüllt sie aber schon sehr gut: die Unterstützung der Sprachförderung. "Wir haben zum Beispiel mit ihr Präpositionen geübt, indem wir gefragt haben, wo Aimie sitzt", sagt Besitzerin und Schulsozialarbeiterin Melanie Kloß.

Spielerisch kommen die Schüler so mit der deutschen Sprache in Kontakt, lernen Wörter und Grammatik. "Die Kinder sind viel aufgeschlossener und sprechen viel unbedachter, weil sie weniger auf Fehler achten", sagt Kloß. Deutschlehrer Mehmet Cosgunoglu hat noch etwas anderes festgestellt: "Wenn Aimie dabei ist, sind die Schüler ganz anders motiviert. Und Schreibblockaden lösen sich."

Die "hundegestützte Pädagogik" bewirkt aber noch mehr. Sie fördert Empathievermögen, Kommunikation sowie das Miteinander der Jugendlichen, die teilweise sehr traumatische Ereignisse in ihrem Leben erfahren mussten. Zudem entwickelt sich Selbstbewusstsein beim respektvollen aber bestimmten Umgang mit Aimie. Gestern half die Hündin den Seiteneinsteigern beim Projekttag "Bilderbuch über die Heimat". Immerhin fast 13 Nationen werden in der Internationalen Klasse vereint. Aus Sicht von Aimie, die an einem Ballon um die Welt schwebt, berichten die Schüler vom Leben und der Kultur ihrer Heimatländer. Dazu zählen Marokko, Rumänien, Syrien oder Senegal. "Die Sicht schafft Distanz und hilft beim Erzählen", erklärt Cosgunoglu.

"In Indien gibt es viele Hunde, mit denen sie spielen kann", sagt Veer (10), der seit elf Monaten in Deutschland lebt. Er möchte unter anderem vom scharfen Essen und den historischen Gebäuden im fernen Indien berichten. Auf die Stunde mit Hund freut er sich immer sehr. "Aimie ist süß. Wenn sie da ist, haben wir mehr Spaß bei den Aufgaben und lachen viel", betont der Realschüler.

(RP)
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