Reifeprüfung: Mit Abi-Traumnote ins Medizinstudium

Reifeprüfung : Mit Abi-Traumnote ins Medizinstudium

Leibniz-Gymnasiast Gianluca di Bari hat sich an der Kassel School of Medicine beworben. Derzeit macht er Praktika.

Mit 860 Punkten setzte er dieses Jahr in Remscheid den Maßstab. Gianluca di Bari schaffte das beste Abitur in Remscheid. Sogar für rechnerische 0,8 hätte es gereicht. In jedem Fall legte der Leibniz-Gymnasiast eine makellose 1,0-Reifeprüfung hin und schob sich damit vor eine Schar Mädels, die ansonsten am Leibniz die Top-Positionen unter den 79 Absolventen unter sich ausmachten.

Der Weg dahin war kein ganz geradliniger. Der 18-Jährige hat eine bemerkenswerte Schulkarriere hinter sich. Denn der Lüttringhauser wechselte auf die weiterführende Schule nur mit einer Realschulempfehlung. Dass diese Einschätzungen nicht immer zutreffend sein müssen, erwies sich bei dem Fünftklässler. Nach einem Jahr verließ Gianluca die Albert-Schweitzer-Realschule in Richtung Leibniz.

Dort kristallisierte sich bei ihm schnell heraus, was sich mit einer Mischung aus Talent, Motivation und Arbeit erreichen lässt. Deutsch und Biologie waren seine Leistungskurse, Sozialwissenschaften (3.) und Mathe (4.) die beiden weiteren Prüfungsfächer im Abitur. Wo ihn seine Neigungen hinführen, zeigte sich bei dem schulischen Allrounder durch die AG Jugend forscht. Zweimal nahm Gianluca di Bari mit Schulkollegen am Landes- bzw. Regionalwettbewerb teil, um epigenetische Experimente an Stabschrecken durchzuführen. Ein wissenschaftlich unerforschtes Gebiet, um das sich die Leibniz-Schüler verdient machten.

Gianluca di Bari musste nicht lange überlegen, was nach dem Abi 2017 kommt. Mediziner will er werden. Deshalb nutzt Gianluca die Zeit nach der Zeugnisausgabe (30. Juni) und vor dem Abiball in der Alten Schlossfabrik (14. Juli), um nahtlos weiter zu lernen.

Für ein Medizinstudium benötigt er Praktika über 90 Tage. Vier Wochen verbringt er gerade am Remscheider Sana-Klinikum. Die Neurologie wäre sein Wunsch gewesen, aufgrund der hohen Zahl an Praktikanten am Sana wurde es die Kardiologie. Im August hängt Gianluca di Bari ein weiteres Praktikum am Helios-Uniklinikum in Wuppertal dran. Er hofft, dass er dann in der Neurologie eingesetzt wird.

Sein Schnitt würde es zwar erlauben, aber di Bari strebt kein Studium an einer medizinischen Spitzen-uni wie Heidelberg an. Der Leibniz-Abiturient hat sich in Kassel beworben. Die Kassel School of Medicine, eine Privatuni, bietet einen besonderen, weil bilingualen Studiengang. Die ersten beiden Studienjahre werden in Großbritannien an der medizinischen Fakultät der University of Southampton absolviert, die letzten drei am Klinikum Kassel. "Am Ende steht eine EU-Zulassung", erklärt Gianluca di Bari. Weiterer Vorteil: "Das Studium dauert nur fünfeinhalb Jahre." Die erste Hürde hat er genommen. Kassel verlangt einen Abi-Schnitt von 1,6, wichtiger noch ist der Auswahltag an der Uni, den di Bari durchlief. Ob er genommen wird und einen der 24 Plätze für das neue Semester erhält, entscheidet sich in den kommenden Wochen.

(RP)
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