Metropolregion: Bergische OB kritisieren Köln

Bergisches Land : Metropolregion: Bergische OB kritisieren Köln

Nachrichten über praktische Fortschritte der im Jahr 2016 als kommunale Interessengemeinschaft gegründeten Metropolregion Rheinland waren bisher eher Mangelware.

Zumeist ging es um organisatorische Dinge. Dafür macht der Zusammenschluss, dem neben Köln und Bonn unter anderem auch Remscheid und Solingen sowie zwölf Kreise angehören, nun aber mit einer höchst umstrittenen Personalentscheidung Schlagzeilen. So ist beispielsweise von „Kölschem Klüngel“ und einem „Supergau“ die Rede. Hintergrund ist die Neu-Besetzung der Geschäftsführung mit der Fraktionschefin der Grünen im Kölner Stadtrat, Kirsten Jahn.

Jahn wurde vom geschäftsführenden Vorstand berufen, eine öffentliche Ausschreibung der gut dotierten Stelle fand nicht statt. Medieninformationen zufolge soll die entscheidende Stimme für Jahn dabei von der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (CDU) gekommen sein, die im geschäftsführenden Vorstand sitzt.

Eine Vorgehensweise, die Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) „in höchstem Maße unglücklich“ findet. Zwar kenne er Frau Jahn nicht persönlich und wolle ihre Qualifikation auch nicht infrage stellen, sagte der OB auf Anfrage unserer Redaktion. Die Art und Weise, wie diese Personalie gehandhabt worden sei, sei aber problematisch. Mast-Weisz, der nicht im Vorstand sitzt, ist sicher, dass diese Entscheidung bei der nächsten Mitgliederversammlung am 29. März ein Thema sein wird. Remscheid zahlt jährlich 22.000 Euro für die Teilnahme in dieser Gruppe.

Die Negativschlagzeilen, die der Fall weit über die Grenzen der selbst ernannten Metropolregion Rheinland hinaus produziert, überschatten aus Sicht von Mast-Weisz die gute Grundidee, die am Anfang stand. So soll der „Wirtschafts- und Wohnstandort attraktiver gemacht und die Wahrnehmung nach innen und außen gestärkt werden“, wie es auf der Internetseite der Interessengemeinschaft heißt. Gerade in der Außenwirkung passiere durch die aktuelle Debatte jedoch gerade genau das Gegenteil, vermutet Mast-Weisz.

Ähnlich argumentiert auch Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). „Das Vorgehen bei der Neu-Besetzung des Geschäftsführerpostens mit Frau Jahn war nicht in Ordnung“, sagte Kurzbach jetzt auf Nachfrage. Und dies habe er im Rahmen der Metropolregion Rheinland auch deutlich gemacht, betonte der Solinger OB weiter.

Wie sein Remscheider Amtskollege Mast-Weisz stellte auch Kurzbach die Qualifikation von Kirsten Jahn für den Job in der Geschäftsführung der Metropolregion nicht infrage. „Ich habe sie persönlich noch gar nicht kennengelernt“, unterstrich der Solinger OB, der im Vorgehen der Kölner gleichwohl einen Bärendienst für die Region erkennt. Auf diese Weise werde lediglich der Politikverdrossenheit Vorschub geleistet, sagte Tim Kurzbach.