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Remscheid: Metaller streiken für kürzere Arbeitszeit

Remscheid : Metaller streiken für kürzere Arbeitszeit

Einige hundert Beschäftigte aus Unternehmen der Region waren am gestrigen Montag dem Aufruf der Gewerkschaft gefolgt und trafen sich in Solingen. Verhandelt wird in Baden-Württemberg am morgigen Mittwoch wieder.

Transparente, Trillerpfeifen, rote Westen mit dem Aufdruck "Wir streiken": Ganz so viele Beschäftigte aus Remscheid, Solingen, Radevormwald, Wermelskirchen, Hückeswagen, Haan und Hilden, wie erwartet, waren es am Ende dann doch nicht bei der zentralen Kundgebung auf dem Graf-Wilhelm-Platz in Solingens Stadtmitte.

Dorthin hatte die Industriegewerkschaft Metall Remscheid-Solingen eingeladen und für die Zeit von 11.30 bis 16.30 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Mit 800 Kundgebungsteilnehmern war im Vorfeld gerechnet worden - geschätzt aber nicht mal halb so viel waren gekommen. Das tat der Stimmung der Gewerkschafter auf dem Graf-Wilhelm-Platz indes keinen Abbruch. Und der erste Bevollmächtigte Marko Röhrig konnte immerhin Mitarbeiter aus Unternehmen in Remscheid, Radevormwald, Hückeswagen, Wermelskirchen und der Klingenstadt in der Stadtmitte begrüßen.

"Die Arbeitgeber haben ihr dürftiges Angebot beim Entgelt nicht verbessert. Und sie zeigen überhaupt keine Bereitschaft, über unsere Forderung nach einem Entgeltzuschuss bei Arbeitszeitverkürzung wegen Kindererziehung, Pflege oder belastenden Arbeitszeiten reden zu wollen", sagte Röhrig mit Blick auf die jüngste Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag. Zwei Prozent mehr Lohn ab April für 15 Monate und eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro - dieses Angebot der Arbeitgeber liegt bislang auf dem Tisch. "So billig lassen wir uns nicht abspeisen", sagte Röhrig.

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Doch in Nordrhein-Westfalen wird derzeit gar nicht verhandelt, schließlich soll in Baden-Württemberg ein Pilotabschluss für alle erarbeitet werden. "In Baden-Württemberg wird sondiert. Man ist auf einem guten Weg - nicht nur dort, sondern auch in NRW", sagte Horst Gabriel auf Anfrage unserer Redaktion.

Der Vorsitzende des Solinger Arbeitgeberverbandes sitzt in NRW mit am Verhandlungstisch. "Flexibilität nur in eine Richtung, das könne es aber nicht geben", erklärte Gabriel mit Blick auf Arbeitszeiten von 28 Stunden die Woche. Eine Option auf eine Verkürzung der Arbeitszeit wegen Kindererziehung oder Pflege beziehungsweise "Arbeitszeiten, die zum Leben passen" forderte gleichwohl Gewerkschafter Marko Röhrig auf der Kundgebung: "Wir fordern die Arbeitgeber deshalb auf, endlich konstruktiv darüber mit der IG Metall zu reden."

Wobei die flexible Arbeitszeit selbst in der IG Metall nicht einhellige Unterstützung findet und Anlass zu Diskussionen bietet, wie Betriebsratsvorsitzende auf dem Graf-Wilhelm-Platz erklärten. Voll unterstützt wird dagegen die Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn. Das sei wirtschaftlich mehr als gerecht "und wenigstens vier Prozent mehr Lohn werden erwartet", sagten Kundgebungsteilnehmer.

Verhandelt wird in Baden-Württemberg am morgigen Mittwoch wieder, in Nordrhein-Westfalen kommen die Tarifpartner voraussichtlich Ende Januar wieder zusammen. Sollte bis dahin kein neues Ergebnis von den Arbeitgebern präsentiert werden, kündigt Marko Röhrig vorsorglich weitere Arbeitsniederlegungen der Beschäftigten an: "Dann aber für 24 Stunden", sagte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Remscheid-Solingen. Die Tarifkommission werde darüber am 25. Januar entscheiden.

Immerhin hätten am gestrigen Montag während des mehrstündigen Warnstreiks rund 4000 Mitarbeiter aus Unternehmen in der Region die Arbeit niedergelegt.

(RP)