Remscheid: "Mein Remscheid"-App soll die Stadt beleben

Remscheid: "Mein Remscheid"-App soll die Stadt beleben

Nutzer erhalten über Bluetooth Neuigkeiten und Gutscheine von Händlern und Dienstleistern, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Dabei soll die App aber nicht nur kommerzielle Angebote liefern.

Peter Krüger ist auf der Suche nach einer neuen Sport-Sonnenbrille und klappert die Optiker auf der Alleestraße ab. Plötzlich brummt es in seiner Hosentasche. Die "Mein Remscheid"-App hat ihm Rabatt-Gutscheine für ein Modehaus, ein Café und für einen Drogeriemarkt in der Fußgängerzone geschickt.

"Wir wollen die Remscheider dazu motivieren, miteinander zu agieren", sagt App-Erfinder Oliver Haarmann, "die App ermöglicht ein digitales Kundenerlebnis." Mit seiner Frau Bianca führt er eine Designagentur; gemeinsam mit der Werbeagentur Wolf & Biere entwickelten sie unter dem Namen "beewhoo" die Gemeinschafts-App. Interaktion findet zwischen Händlern, Dienstleistern und dem App-Nutzer, also dem Kunden statt. Der Clou: Neuigkeiten und Gutscheine erhält der Kunde nur, wenn er sich in unmittelbarer Nähe zum Geschäft aufhält.

Auf technischer Ebene funktioniert die Kommunikation zwischen App und Händler via Bluetooth: Die Geschäfte sind mit einem sogenannten Beacon-Sender ausgestattet. Das etwa fünf mal fünf Zentimeter große Gerät sendet Signale an das Smartphone des Nutzers. Die App empfängt die Signale und zeigt dementsprechende Angebote und Rabatte an. Das funktioniert auf einer Entfernung von etwa 15 bis 30 Metern, innerhalb von zwei Sekunden. "Wenn ich im Modehaus Hosen anprobiere, bekomme ich zum Beispiel eine Push-Nachricht vom Bäcker nebenan, bei dem der Kaffee für mich 50 Cent billiger ist", erklärt Haarmann.

Bei dem Stichwort "Push-Nachricht" läuten bei vielen Smartphone-Nutzern die Alarmglocken: Bimmelt das Handy dann alle zwei Meter beim Einkauf auf der Alleestraße und ich empfange 20 Push-Nachrichten? "Vorab kann ich angeben, für welche Kategorien ich mich interessiere", sagt Bianca Haarmann, "Mode, Dienstleistungen, Gastronomie: Jeder kann selbst entscheiden, über was er benachrichtigt werden möchte."

"Mein Remscheid" soll dabei keineswegs als reine Verkaufs-App dienen. Auf einer Karte werden neben teilnehmenden Geschäften beispielsweise auch naheliegende Standorte von Defibrillatoren angezeigt. An historischen Plätzen und Museen könnten über die Beacon-Sender historische Details geteilt werden. "Hier soll sich alles mischen; neben Einzelhandel, Tourismus und Museen hätten wir auch gerne Sportvereine und andere Freizeiteinrichtungen mit dabei", sagt Haarmann.

Die App soll ab Mai sowohl für Android- als auch iPhone-Nutzer im App-Store kostenlos zur Verfügung stehen. Bis dahin hoffen Oliver Haarmann und sein Team auf Interesse vonseiten der Remscheider Händler und Dienstleister, damit sich ein dichtes Netzwerk entwickeln kann.

Bärbel Beck vom Modehaus Johann hat das Konzept der "Mein Remscheid"-App bereits überzeugt. Für sie ist die Neugewinnung von Kunden auf digitalem Wege heute signifikanter denn je. "Fast jeder besitzt heute ein Smartphone - mit der App hat der Nutzer alles auf einen Blick und spart Zeit", sagt Beck, "lästiges Ausschneiden von Rabatt-Coupons ist damit kein Thema mehr."

(laha)