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Mast-Weisz will wieder OB werden

Kommunalpolitik : Mast-Weisz will wieder OB werden

Die Remscheider SPD hat als Wahlziel ausgeben, stärkste Kraft im Rat zu werden und alle vier Bezirksbürgermeister zu stellen. Fraktionsvorsitzender Sven Wolf lobte die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit des OB.

Die Remscheider Sozialdemokraten haben sich schon lange gewünscht, dass Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bei der nächsten Kommunalwahl wieder als ihr Kandidat für das höchste Amt in der Stadt antritt. Mast-Weisz hat diesen Wunsch am Wochenende erfüllt. „Remscheid ist meine Leidenschaft“, sagte der OB in seiner Bewerbungsrede, die eigentlich keine Bewerbungsrede war. Kein anderer Sozialdemokrat hatte sich als Gegenkandidat in Stellung gebracht.

Fraktionsvorsitzender Sven Wolf, noch vor fünf Jahren Konkurrent um die Kandidatur, zollte Mast-Weisz in einer kurzen Ansprache großen Respekt. Ihm sei es gelungen, eine Aufbruchstimmung in der Stadt zu erzeugen. Er stehe für Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit. Den SPD-Wahl-Slogan der vergangenen Kommunalwahl „Stolz auf Remscheid“ sei mit Leben gefüllt worden.

Mit großer Mehrheit stimmten die etwa 80 Genossen in der Aula der Sophie-Scholl-Schule für Mast-Weisz, der gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern erschienen war. Er zeigte sich in seiner Rede optimistisch, dass die Remscheider Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr ein gutes Ergebnis erzielen werden, trotz ihres Leidens an der eigenen Partei. Auf die Bilanz der bisherigen Jahre könne die SPD stolz sei. Für den Wahlkampf empfahl er seinen Parteimitglieder: „Geht raus zu den Menschen, sagt, was ihr tut, und tut, was ihr sagt.“

OB Mast-Weisz möchte auch in der nächsten Wahlperiode mit der Mehrheit der Stimmen aus SPD, Grünen, FDP und W.i.R. im Rat zusammenarbeiten. Es sehe es außerdem gerne, wenn im Rat der Stadt keine rechtspopulistischen Parteien einen Platz finden. „Die Demokratie kann man nicht vom Sofa aus verteidigen“, sagte Mast-Weisz.

Mit Ärger reagierte der OB auf die Gewerbesteuersenkungen in Langenfeld und Leverkusen. „Eine solche Politik gefährdet unseren Standort“, sagte er. Der CDU warf er einen Schlingerkurs in der Wirtschaftspolitik vor. Sie beklage einerseits, es gebe zu wenig Gewerbegebiete, spreche sich aber andererseits gegen die Entwicklung des Gewerbegebiets Gleisdreieck und die Erdbeerfelder aus.

In seiner Rede streifte der OB die viele Felder der Kommunalpolitik. Die Sozialpolitik stellte er besonders heraus. „Kein Kind und kein Jugendlicher dürfen verloren gehen“, sagte Mast-Weisz. Bei der Kinderbetreuung sei man ein gutes Stück vorangekommen. Sein Ziel sei, neben bester Betreuung beste Bildungschancen zu ermöglichen. Bildung sei der Bodenschatz der Stadt. Remscheid stehe weiter vor einer großen sozialpolitischen Herausforderung. Jedes vierte Kind sei von Armut betroffen. Er verspreche sich daher neue Impulse von den Förderprogrammen für Langzeitarbeitslose. „Wir wollen Arbeit finanzieren und keine Arbeitslosigkeit“, sagte Mast-Weisz. Die weitere Sanierung der Schulen habe große Priorität. „Wir schaffen nicht alles gleichzeitig“, sagte der OB. Er setze auf Kooperation und nicht auf Konfrontation.

Die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, Christine Krupp, gab als Wahlziel aus: „Wir wollen stärkste Kraft im Rat werden und in allen vier Bezirken den Bezirksbürgermeister stellen.“