Remscheid Mann (33) will sich mit Kopfschuss töten

Remscheid · Ein blutiger Suizidversuch schockiert das Sana-Klinikum: Ein 33-jähriger Remscheider hat am Montagmorgen im Eingangsfoyer des Krankenhauses an der Burger Straße eine Schusswaffe gezogen, gegen seinen Kopf gerichtet und abgedrückt. Die herbeigerufenen Ärzte versorgten den Mann sofort intensiv-medizinisch.

Durch die Eingangspforte des Sana-Klinikums war der der 33-Jährige gekommen, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete.

Durch die Eingangspforte des Sana-Klinikums war der der 33-Jährige gekommen, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete.

Foto: Hertgen, Nico

Den lebensgefährlich Verletzten konnten sie soweit stabilisieren, dass er um 9.15 Uhr mit einem Rettungshubschrauber in die Neurochirurgie der Kliniken der Stadt Köln geflogen wurde, teilt Susanne Heintzmann, Sprecherin des Sana-Konzerns, mit. Dort wurde das Projektil im Kopf des 33-jährigen Mannes bei einer OP erfolgreich entfernt, sein Zustand war danach stabil. Die Kripo Wuppertal hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass sich der 33-Jährige wegen familiärer Konflikte das Leben nehmen wollte. Er war kein Patient des Sana-Klinikums. An der Pforte wollte er seine von ihm getrennt lebende Frau abpassen. Diese stand in unmittelbarer Nähe, als der Schuss fiel, sagte Polizeisprecherin Anja Meis. Die Frau wurde am Montag befragt. Sie gilt als wichtige Zeugin, die bei der Aufklärung der Hintergründe des Suizidversuches helfen kann.

Sie, Angehörige des Remscheiders und Klinikum-Mitarbeiter werden seit Montag seelsorgerisch und psychologisch betreut. "Der Bereich war zu dieser Zeit menschenleer, es gab weder einen Schichtwechsel, noch waren Besucher anwesend", berichtet Heintzmann. Die Pforte war besetzt. Von dort wurde nach dem Schuss die Rufbereitschaft alarmiert.

Ohne die sofortige Erstversorgung durch mehrere Ärzte und das Reanimationsteam des Klinikums wäre der Mann an der Schussverletzung gestorben, sagt die Sana-Sprecherin. Der Notarzt des Sana-Klinikums begleitete noch den Transport nach Köln. Das gesamte Sana-Klinikum wurde über den erschütternden Vorfall informiert.
Für die Polizei gibt es noch viele Fragen, auf die sie bei Zeugenvernehmnungen und Recherchen Antworten finden will. Ungeklärt ist beispielsweise auch, wie der Mann in den Besitz der Schusswaffe kam. "Wir prüfen, ob ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorliegt", so die Polizeisprecherin. Das Führen von Waffen in der Öffentlichkeit ist verboten.

Auch wenn Ärzte und Pflegekräfte nach Unfällen oft Schwerstverletzte behandeln, war diese Form eines Suizidversuchs für sie schockierend und belastend. Es wurde ihnen anheimgestellt, nach Hause zu gehen und sich psychologisch und seelsorgerisch betreuen zu lassen. Heintzmann: "Das Betreuungsangebot ist wichtig. Es gibt aber Menschen, die damit besser zurechtkommen, wenn sie weiterarbeiten." Die Entscheidung lag bei jedem einzelnen.

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