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Serie Mein Remscheid: Lüttringhausen "ist ein Lebensgefühl"

Serie Mein Remscheid : Lüttringhausen "ist ein Lebensgefühl"

Seit drei Jahren belebt die "Vereinigung Gertenbachstraße" den Stadtteil mit diversen Veranstaltungen. Das Team hat immer neue Ideen, wünscht sich dabei aber auch mehr Unterstützung aus der Politik.

In Lüttringhausen gibt es viel Potenzial, vor allem auf der Gertenbachstraße - darin sind sich die fünf Köpfe der noch recht jungen "Vereinigung Gertenbachstraße" einig. Vor drei Jahren fanden sich Volker Beckmann, Sascha von Gerishem, das Ehepaar Thomas und Sandra Schulte sowie Thorsten Greuling zusammen, weil sie die historische Altstadt wieder mit mehr Leben füllen wollten.

"Wir wollten das vor die Haustür holen, was einem fehlt", erklärt Sasha von Gerishem. Kunst, Musik und Kulinarisches sollen die Attraktivität des historischen Kerns steigern. Nach Veranstaltungen wie der Gertenbuchstraße, dem Restaurant Day oder der bunten Ostereiersuche "Lüttringhasen", fehle nun eigentlich nichts mehr. "Wir haben die Gertenbachstraße wieder ins Bewusstsein gebracht", beschreibt Thorsten Greuling den Effekt.

Durch die Events hätten die Menschen wieder die Vielfalt der Läden in der Altstadt zu schätzen gelernt, merkt Greuling an, für den sich der Stadtteil wie eine Familie anfühlt. "Das ist einfach ein Lebensgefühl", betont er. Das sieht auch von Gerishem so, der vor drei Jahren aus Düsseldorf herzog. Bis heute sei es Liebe auf den ersten Blick. "Es ist hier nicht nur urgemütlich, sondern wir haben auch was zu bieten, was es nicht überall gibt", ergänzt er. Der gute Zusammenhalt sowie das hohe Engagement sei die Stärke der Lütterkuser.

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Dieses Engagement wollen sie vor allem in Kooperationen mit den übrigen Vereinen fokussieren. Der Heimatbund Lüttringhausen habe als erstes positiv auf die Arbeit der Vereinigung reagiert und Interesse für die Zusammenarbeit signalisiert, erzählt Volker Beckmann. Schnell ergab sich Verbindung der beiden, so dass die Vereinigung nun als autarke Gruppe innerhalb des Heimatbundes agiert.

Die Gruppe bringt frische Idee ein, profitiert andersrum vom organisatorischen Know-how des Bürgervereins, wenn es beispielsweise um Genehmigungsverfahren geht. Denn der Rückenwind der Politik würde häufig fehlen, kritisiert Thomas Schulte, der als Art Director für die künstlerischen Aspekte zuständig ist. Er würde sich mehr Unterstützung durch die Stadt wünschen.

Seit der Gründung hat das Team aber auch so vieles schon bewegt. Zum Beispiel die Installation von Freifunk auf der Gertenbachstraße. Luft nach oben gibt es trotzdem. "Ein Platz für die Jugendlichen fehlt", sagt Sandra Schulte, die sowohl die dörfliche Struktur als auch die gute Anbindung an die Metropolen schätzt. Damit die Jungen nicht abwanderten, müsse man ihnen etwas bieten. Eine erste Idee war die eines Partyraumes im alten Bahnhof Lüttringhausen. Durch den Verkauf geht das nicht mehr. Andre Räumlichkeiten seien im Gespräch, berichtet Sandra Schulte. Noch sei aber nicht die Frage nach der Vereinbarkeit mit der Geräuschkulisse geklärt.

Durch die Vereinigung können sich die Jugendlichen ganz zwanglos mit ihren Ideen, etwa zur X-Mas Party im letzten Jahr, einbringen. Die Gruppe ist Vermittler und generell offen für Anregungen oder neue Engagierte, die mitmachen wollen.

Themenschwerpunkte bei der Planung der Events sind Nachhaltigkeit, Regionalität sowie Bio-Produkte. Auch die Brauchtumspflege, allem voran die des Lütterkuser Platts, ist ihnen wichtig. Für die Belebung der Freilichtbühne (über die der Bergischen Heimatspielbühne hinaus) gibt es bereits kreative Überlegungen. Welche genau, wollten sie jedoch noch nicht verraten.

Informationen unter www.gertenbachstraße.de

(RP)