1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

LKG will Karneval in der Halle feiern

Remscheid : LKG will Karneval in der Halle feiern

Die Frage, ob die Lenneper Karnevalsgesellschaft die Halle Hackenberg nutzen darf, bleibt aber offen.

Kurz weilte Gunther Brockmann im Sportausschuss. Nachdem klar war, dass "sein" Tagesordnungspunkt — die Nutzungsänderung der Sporthalle Hackenberg — aufgrund von Beratungsbedarf nicht diskutiert werden würde, verabschiedete sich der Vorsitzender der Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG) aus dem Lüttringhausener Ratssaal als Gasthörer mit einem knappen "Schönen Abend zusammen".

Die Frage, ob die Lenneper Karnevalsgesellschaft in Zukunft zum Sessionshöhepunkt ab 2019 für sechs Tage die Sporthalle für ihre Großveranstaltungen nutzen kann, bleibt weiterhin offen.

Gunther Brockmann setzt, wie er in einem Gespräch vor der Sitzung ankündigte, auf die Politik. Die Bezirksvertretung Lennep habe klar gemacht, dass sie sich mit der ablehnenden Haltung der Verwaltung gegenüber einer Nutzungsänderung nicht anfreunden werde. Die BV hatte die Stadt im Juni 2017 aufgefordert, die Gespräche mit dem Verein fortzuführen. "Mit uns hat aber seither keiner mehr gesprochen", beklagt sich Gunther Brockmann.

Der Vereinschef hält die Investition von 25.000 Euro für die Verbreiterung innen liegender Fluchttüren weiterhin für vertretbar und sogar betriebswirtschaftlich für sinnvoll. "Wer die 25.000 Euro als erhebliche Kosten ins Spiel bringt, sollte fairerweise die Einnahmen gegenrechnen", findet Brockmann. Er geht davon aus, dass "pro Nutzungstag rund 1000 Euro Mieteinnahmen reinkommen". Brockmann betont, dass die Karnevalisten die Sporthalle Hackenberg für sechs Tage benötigen: von Mittwochabend (22 Uhr nach dem Training) vor Weiberfastnacht bis zum Dienstag nach Rosenmontag. "Aschermittwoch um 8 Uhr würden wir eine saubere Halle für den Schulsport übergeben."

Gunther Brockmann betont, dass die Jecken mit ihren Top-Terminen in einer 1382 Personen fassenden Halle niemand verdrängen wollen. "Wir wollen nur die Lücken nutzen." Die Verwaltung hat nach einer Abfrage bei IGR-Rollhockey, Herzsportgruppe sowie vier Schulen (GGS Hackenberg, Hauptschule Hackenberg, Rögy und Albert-Schweitzer-Realschule) jedoch eruiert, dass es zwar über Karneval in Schulen bewegliche Feiertage gäbe und deshalb überwiegend kein Sportunterricht stattfinde, die Schulen trotzdem aber Konflikte bei der Nutzung an Altweiber sehen, die nicht durch die Verlagerung an andere Standorte ausgeglichen werden können.

Die Gefahr sieht die Stadt auch bei Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid, der an Karnevalssamstag Heimspiele bestreiten könne. Gunter Brockmann hält dagegen, dass man dies bei der Spielplan-Ansetzung berücksichtigen könne, andererseits auch eine Alternative bestehe.

"Aus meiner Sicht käme zu Karneval samstags und sonntags morgens die Halle Neuenkamp als Spielort für die IGR Remscheid infrage. Die Rollhockey-Bande wäre vorhanden und die Halle ist dann nach meinen Recherchen frei", sagt Brockmann.

(RP)