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Remscheid: Liebesgeflüster und Schmerz der Einsamkeit

Remscheid : Liebesgeflüster und Schmerz der Einsamkeit

Mit "Kann denn Liebe Sünde sein?" zeigte das Duo "Stimmrausch", wie Evergreens auf gute Art neu gesungen werden können.

Sie singt: "Kann denn Liebe Sünde sein?" und er singt: "Du bist mein Traum!". Sie schnappt sich ihn aus einer Lust heraus, und er folgt ihr willfährig. Sein Traum scheint Wirklichkeit zu werden. Derart treffen Frau und Mann aufeinander, die beide Angst vor einer tieferen Bindung haben, erklärt das Programmheft den Reigen "Unvergänglicher Melodien aus Operetten und Filmmusiken der 20er und 30er Jahre".

Es ist eine Premiere. Die Melodien singen "Stimmrausch" - die Sängerin Yanar Aporta und der Sänger Marc Hors. Laurenz Gemmer begleitet sie am Klavier. Der Schauplatz: die Bühne der Klosterkirche am Sonntagnachmittag. Solch ein Anfang liefert natürlich Stoff für Herz und Schmerz, Liebeswonnen und Liebesleid.

Stimmrausch skizziert die Gefühle anhand ausgewählter Gassenhauer und zeigt damit ungewohnt für diese Musik, wie sich Liebende gegenseitig das Leben schwer machen können. Während sie noch "von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" ist, wünscht er sich schon in leiser schlimmer Vorahnung "Vergiss mein nicht!" Und siehe da, jetzt erwischt es auch ihr Herz.

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Doch auch sie plagen Zweifel und sie macht sich trotzig Mut mit "Nur nicht aus Liebe weinen!" Zunächst aber wächst in beiden im Duett aus einer "Kleinen Sehnsucht" ein brennendes Verlangen. Er bereitet sich mit "Heute Nacht oder nie" auf ein stürmisches Erlebnis vor, und sie besingt mit "Ich bin verliebt" den geglaubten Beginn ihrer großen Liebe. Doch schon bald hat sie Grund zu singen: "Das Lied ist aus". Er kehrt zurück in seine Traumwelt. Dort ist es einfacher, "Dein ist mein ganzes Herz" zu singen, anstatt sich der Realität zu stellen. Nunmehr leiden beide.

Der Pianist wütet virtuos am Klavier. Sie liegt schmachtend am Boden ("Spiel auf deiner Geige"). Er zählt mit einer Strichliste die Frauen, bei denen er Vergessen suchte ("Gern hab' ich die Frau'n geküsst"). In beiden erwacht allmählich echte Sehnsucht. Er: "Spiel mir das Lied von Glück und Treu!". Sie: "Wenn ich mir was wünschen dürfte!". Und so kommt es, wie es kommen muss: Mit "Märchentraum der Liebe" und "Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre" sinken sie sich in die Arme.

Zum Happyend singen sie "Leise klingt eine Melodie". Die freudige Stimmung schlägt um zum Charleston-Rhythmus: "Schön wie der junge Frühling!". Heftiger Beifall vom Publikum in der Klosterkirche brandet auf, "Bravo"-Rufe erklingen. Berechtigt.

Endlich einmal eine andere Art, Evergreens zu präsentieren. Dazu Aportas (Mezzo-)Sopran und Hors' (Helden-)Tenor: Der Gesang ging stellenweise durch Mark und Bein: über alle Maßen beeindruckend. Das alles verpackt in einer minimalistischen, kreativen Handlung.

Und nicht zuletzt Laurenz Gemmer am Klavier. Er leistet Schwerstarbeit, muss stets durchspielen und findet immer noch Zeit, irgendwo ein paar wieselflinke, swingende Passagen unterzubringen.

(begei)