Lenneper Flickenteppich verschwindet

Arbeiten in der Altstadt : Lenneper Flickenteppich verschwindet

Viele hundert Meter Versorgungsleitungen haben die Stadtwerke in der Altstadt verlegt – und so zahlreiche schwarze Flecken hinterlassen. Nach und nach stellen die Technischen Betriebe den Zustand des Natursteinpflasters wieder her.

In einer Facebook-Gruppe nur für Lenneper machte unlängst ein Mitglied mit einem Handyfoto, das aus dem Fenster aufgenommen wurde, seiner Freude spontan Luft. Endlich, so der Tenor, seien die schwarzen Flecken vor der Haustür verschwunden.

Damit spricht der Lenneper vielen Bürgern aus der Seele. Der Flickenteppich, der seit Jahren an wechselnden Stellen den historischen Stadtkern durchzieht, ist Anliegern wie Besuchern ein Dorn im Auge. Er trübt das Gesamtbild deutlich.

Verursacher des Ganzen sind die Remscheider Stadtwerke, die hier seit 2015 Strom-, Gas- und Wasserleitungen erneuert haben. Zudem wurden Leitungen für Lampen und Hausanschlüsse verlegt. Die Arbeiten seien aber Ende 2018 abgeschlossen worden, sagte EWR-Sprecher Klaus Zehrtner auf BM-Anfrage. Für die Wiederherstellung des Natursteinpflasters sind die Technischen Betriebe (TBR) verantwortlich.

Ralf Heinrichs, zuständig für die Straßenunterhaltung bei den TBR, bestätigt diese Arbeitsteilung. Damit die Stadtwerke mit ihrem Part  schneller fertig werden, sei vereinbart worden, dass das Versorgungsunternehmen die entstandenen Baugruben nur übergangsweise verschließt. Die Wiederherstellung des alten Zustandes mit Natursteinpflaster übernehmen dann die TBR. Eine Absprache, die auch der Platzknappheit in den engen Altstadtgassen geschuldet sei. Hätten TBR und EWR parallel gearbeitet, hätten Straßen für den Verkehr dicht gemacht werden müssen.

Nun arbeiten die TBR die Baustellen nach und nach ab. Nach dem Telefonat mit der BM machte sich Heinrichs auf den Weg zur Bauabnahme in die Berliner Straße, die gerade fertiggestellt wurde.

Die Lenneper Altstadt unterscheide sich deutlich von anderen Baustellen, sagt Heinrichs. „Ich kann da nicht einfach eine Asphaltdecke draufmachen“, scherzt er. Unter anderem die untere Denkmalbehörde der Stadt schaue darauf, dass die Pflasterung so wieder hergestellt wird, dass das Gesamtbild im historischen Stadtkern stimmt. Darum wurden die herausgenommenen Steine gesammelt und dem Ort zugeordnet.

 Beim Wiedereinbau müsse zum Beispiel darauf geachtet werden, dass die Graustufen zueinander passen. „Sonst sieht das am Ende aus wie ein Schachbrett.“

Dass sich die Arbeiten hinziehen, hat auch mit dem gut gefüllten Veranstaltungskalender in Lennep zu tun. Für den „Lenneper Sommer“ werde eine Pause eingelegt. Veranstaltungen wie das Weinfest sollen nicht in einer Baustelle stattfinden.

Mike Giera, Prokurist bei den EWR, sagte der BM, dass bei der Zeitplanung der Leitungsarbeiten in enger Absprache mit der Verwaltung das gleich nebenan geplante DOC eine Rolle gespielt habe. Zielrichtung  damals: Fertig sein, bevor die Besucher für das Outlet-Center kommen.

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