Lennep: Verkehrsprobleme auf der Trecknase

Neue Verkehrsführung : Probleme auf der Trecknase

Auf der neu eingerichteten Baustelle an der Trecknase hätte ein Sattelschlepper beinahe eine Laterne mitgenommen. Die Polizei sperrte daraufhin die komplette Kreuzung. Der Verkehr kam zum Erliegen.

Auf dem Papier hatte alles reibungslos geklappt. Am frühen Morgen aber, als der erste Sattelschlepper auf der neu eingerichteten Baustelle Trecknase von der B 51 in Richtung Remscheid abbiegen wollte, hätte er beinahe eine Laterne mitgenommen. Zwischen ihr und einer neuen Verkehrsinsel blieb für die schweren Laster zu wenig Platz.

Die Technischen Betriebe Remscheid, Polizei und Ordnungsamt sperrten daraufhin zuerst die gerade erst eingerichtete Linksabbiegespur nach Alt-Remscheid, dann die komplette Kreuzung. Die Folge: Dauerstau in Richtung Bergisch Born. Und bald auch von Remscheid nach Lennep.

Den Unmut der Autofahrer bekam Gunter Breidbach, Bereichsleiter der Technischen Betriebe, bald zu hören: „Ich stehe seit einer halben Stunde in der Sonne“, schimpfte eine Autofahrerin aus der heruntergelassenen Scheibe. Am verkehrsreichen Freitag lagen rund um die Baustelle bald die Nerven blank.

Dabei hatte es am Vorabend noch ganz gut ausgesehen. Am Donnerstag gegen 22 Uhr hatten die Mitarbeiter der Sicherungsfirma GVA, der Baufirma Dohrmann und der Technischen Betriebe die Großbaustelle so eingerichtet, dass die Autos über die neu asphaltierte Fläche fahren können und die Bauarbeiter in der nächsten Woche auf der Gegenfahrbahn loslegen können.

Für die Autofahrer bedeutete das eine erneute Umgewöhnung, doch lief die Nacht hindurch alles gut. „Den ein oder anderen mussten wir davon abhalten, nicht den alten Gewohnheiten, sondern den neuen gelben Pfeilen zu folgen“, berichtet Gunter Breidbach. Grundsätzlich aber rollten die Autos. Das galt den ganzen Tag über auch für den Verkehr, der sich über die Ringstraße und die Trecknase in Richtung Alt-Remscheid bewegte, nicht aber für die Borner- und Lenneper Straße.

Zwar entfernten die Technischen Betriebe die im Weg stehende Laterne. Männer mit Abbruchhammer und Hubwagen rückten dazu an und brachten den Mast zu Fall. Damit es dabei nicht zu Unfällen kam, sperrte die Polizei die Kreuzung in den Mittagsstunden jedoch vorübergehend komplett. Danach stauten sich die Fahrzeuge auf der Lenneper Straße bis in Höhe der Autobahnanschlussstelle.

Erst gegen 13.15 Uhr gaben die Ordnungskräfte alle Spuren wieder für den Verkehr frei. Die Staus aus Richtung Bergisch Born und Alt-Remscheid lösten sich jedoch später auf. Ortskundige Autofahrer nahmen lieber Umwege in Kauf. Wer in brütender Hitze bis zu einer Stunde im Stau gestanden hatte, machte seinem Ärger später Luft. „Zum Beispiel hätte man die Baustelle doch erst am weniger verkehrsreichen Samstag umbauen können“, fand beispielsweise ein verärgerter Anrufer.

Am Wochenende und am Montag soll sich zeigen, dass die neue Verkehrsführung funktioniert. Am Dienstag wird es erneut spannend an der Trecknase. Dann sollen die Autofahrer wieder aus der Kölner Straße in die Kreuzung einfahren können. „Wir sind guter Hoffnung, dass alles funktioniert“, sagt Gunter Breidbach und fügt an: „Wenn nicht, ist die Straße auch gleich wieder zu.“ Warum es den Baustellenplanern nicht aufgefallen war, dass zwischen Laternenmast und Mittelinsel für Laster zu wenig Platz blieb, kann der Chef der Baustelle nicht erklären. „Wir waren sicher, alles durchdacht zu haben, wir haben hier auch die Schleppkurven getestet. Aus irgendwelchen Gründen hat es jedoch nicht gepasst.“

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