1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Lennep: Kritik an geplanten Baumfällungen in Lennep

Politik in Lennep : Kritik an geplanten Baumfällungen in Lennep

Gegen die Beseitigung von 40 Bäumen an der Sportanlage Hackenberg regt sich Widerstand. Kritisch äußert sich unter anderem die Ratsfraktion der Linken. Deren OB-Kandidat Fritz Beinersdorf sieht darin einen „weiteren Höhepunkt klimaschädlicher Fällaktionen“.

Auch die Bürgerinitiative Lennep, die sich gegen das Designer-Outlet-Center (DOC) richtet, und OB-Kandidatin Bettina Stamm (Echt.Remscheid) äußern ihren Unmut darüber.

Ob aber tatsächlich die Axt das Schicksal der Bäume besiegelt, sei ungewiss, erklärt Baudezernent Peter Heinze. Die Bezirksvertretung Lennep als zuständiges Gremium müsse lediglich einen „Vorratsbeschluss“ fassen. Das heißt: Die Baumfäller rücken nur dann an, wenn die Sportanlage wie geplant erweitert wird. Sie soll als Ersatz für das Röntgen-Stadion dienen, das für das Designer-Outlet-Center abgerissen werden soll.

Das Großprojekt ist aber weiterhin ein Fall für das Oberverwaltungsgericht in Münster ab. Es wird in den kommenden Monaten darüber entscheiden, ob es den Klagen gegen das Projekt stattgibt und damit das Outlet-Center verhindert. Wenn die Richter aber grünes Licht für das Center geben, wird Geld für den Verkauf der Grundstücke an die Stadt Remscheid fließen.

Das Röntgen-Stadion, Jahn- und Kirmesplatz gehen dann für
15 Millionen Euro in den Besitz von DOC-Investor McArthurGlen über. Mit dem Geld wird die Erweiterung der Sportanlage in Hackenberg finanziert. „Und nur dann werden die Bäume gefällt“, erklärt Dezernent Peter Heinze: „Dies ist aber ein notwendiger Teil der Baugenehmigung.“

Unter anderem sollen Spitz- und Bergahorn, Hainbuche sowie Kirschbäume weichen. Für die 40 Exemplare sind 49 Ersatzpflanzungen vorgesehen. OB-Kandidatin Bettina Stamm beklagt, dass es in der Beschlussvorlage an wesentlichen Informationen mangele: „Angaben zum geplanten Standort und auch die Nennung der Baumarten fehlen“, listet sie auf. Bettina Stamm macht dies in einer Eingabe an die Bezirksvertretung Lennep zum Thema.

Auch OB-Kandidat Fritz Beinersdorf, der so wie sie zu den DOC-Gegnern zählt, nutzt den möglichen Beschluss in der Bezirksvertretung zu einer erneuten Kritik am Großprojekt. Er erinnert an die „über 200 Stadtbäume, die zugunsten eines DOCs gefällt wurden“. Die Folgen für das Mikroklima in Lennep seien schon jetzt zu spüren. „Wenn dazu noch jährlich 2,5 Millionen Pkw und viele Tausend zusätzliche Lkw kommen, ist die Klimakatastrophe perfekt.“ Mit den Klimaschutzzielen, die sich Remscheid selbst gegeben habe, sei dies auf keinen Fall zu vereinbaren.

Ursula Wilms von der Bürgerinitiative Lennep stimmt dem zu: „Trotz geplanter Ausgleichspflanzungen werden die bestehenden alten Bäume für das geplante DOC und das Ausweichstadion vernichtet.“ Darüber hinaus müsse in Anbetracht der aktuellen Krise die Frage gestellt werden, wie viele Marken überleben werden und wie viel Kaufkraft angesichts drohender Insolvenzen noch vorhanden sein werde. Wilms: „Eine grundlegend neue Bewertung des Projekts ist von der Politik dringend zu fordern.“ Die Meinung zum DOC ist aber im Stadtrat eindeutig. Nur die Linke hat sich geschlossen gegen das Center ausgesprochen. Eine überwältigende Mehrheit befürwortet das Projekt, bei dem McArthurGlen nach eigenen Angaben 165 Millionen Euro investieren will. In 120 Geschäften und sechs Restaurants sollen rund 800 bis 1000 Arbeitsplätze entstehen.

Das Thema Baumfällungen rund um die Sportanlage in Hackenberg steht auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Lennep. Sie tagt am kommenden Mittwoch, 19. August, im Minoritensaal der Klosterkirche. Ab 17.30 Uhr wird als Vertreter von DOC-Investor McArthurGlen Henning Balzer erwartet, der den Ortspolitikern einen Überblick über den Stand der Dinge beim Bau des Designer-Outlet-Centers (DOC) geben wird.