Lennep: Brockmann will Weihnachtstreff ändern

Neuer Organisator in Lennep : Brockmann will Weihnachtstreff ändern

Die IGR zieht sich aus der Organisation des weihnachtlichen Marktes zurück. Die Lenner Karnevalsgesellschaft denkt über neue Konzepte nach. Neue Unterstützer zeigten sich in der Altstadt.

Die 44. Auflage des ideellen Weihnachtsmarktes in Lennep wurde am Sonntag von bergischem Herbstwetter begleitet. Erst zum späten Nachmittag hin füllte sich der Marktplatz zaghaft. Weil sich der Rollsportverein IGR als Organisator zurückzieht, wollen sich andere Lenneper um die Veranstaltung im nächsten Jahr kümmern. Ein verändertes Konzept könnte die Folge fehlender Ehrenamtler sein.

In klassisch königsblauer IGR-Kluft, mit Dienstjacke und Vereinsschal und einer rot-weißen Nikolausmütze auf dem Kopf, schaute Markus Feldhoff am Sonntagnachmittag gelassen auf den Marktplatz.

Dank vieler spontan eingesprungener Vereine hatte die 44. Auflage des Traditionsmarkts in letzter Minute gerettet werden können. „Wie in jedem Jahr hält das Wetter zu uns“, sagte Feldhoff schmunzelnd. Drei Jahre lang hatte die IGR mit seinen Mitgliedern den Lenneper Weihnachtsmarkt federführend organisiert, drei Mal machte ihnen das Wetter einen ordentlichen Strich durch die Rechnung.

„Ein Jahr standen wir knietief im Schnee, das andere Mal wurden wir vom Sturm erwischt, doch diesmal regnet es ja nur.“ Dass sich sein Verein von der Organisation zurückziehe, habe nichts damit zu tun, dass es in diesem Jahr besonders schwierig gewesen wäre, genügend Standbetreiber zu finden. „Es ist ein grundsätzliches Problem. Wir sind ein Sportverein mit zehn Mannschaften und 100 Sportlern, deren Priorität dem Rollhockey gehört. Wir sind damit schon völlig ausgelastet und am Rande unserer Kapazitäten.“ Einen Weihnachtsmarkt nebenher zu stemmen, sei schlichtweg nicht mehr möglich.

Karnevalist Gunther Brockmann hatte bereits in der vergangenen Woche, beim Stammtisch von Lennep Offensiv angekündigt, die Organisation mit weiteren Vereinen zu übernehmen, brachte aber auch ins Spiel, das bisherige Konzept zu verändern, um einen weiteren Tag zu verlängern und eventuell den ideellen Aspekt ein stückweit zu vernachlässigen.

Das wiederum würde Feldhoff sehr bedauern. „Für uns war dieser Weihnachtsmarkt immer der Markt für die kleinen Vereine, wo Initiativen Waffeln für ihre Klassenfahrt verkaufen. Diese kleinen Vereine wollten wir nicht hängen lassen. Die Frage ist allerdings auch, ob es den Bedarf dafür noch gibt?“, fragte sich der IGR-Vorsitzende. Besuchern nach zu urteilen, würde es freuen, wenn der Markt erhalten bleibe. „Eine schönere Kulisse für einen solchen Markt gibt es sonst nicht“, urteilte auch Feldhoff.

Erstmals dabei waren Schüler der Q1 des Röntgen-Gymnasiums, die selbst gemachte Marmeladen und Plätzchen, Ketchup und Liköre verkauften. „Damit wollen wir ein bisschen Geld für unseren Abschluss einnehmen“, verriet Jasmin Körschgen (16).

Auch die Handballer des HC BSdL (Ballsport durch Leidenschaft) nahmen erstmals teil, verkauften Kuchen, Waffeln und Kottenbutter sowie warme Getränke. Jugendtrainer Lutz Petri hoffte auf einen größeren Besucheransturm zum Abend hin: „Unsere Mannschaften spielen derzeit noch, aber die Handballer sind sowieso für die dritte Halbzeit bekannt. Ich bin sicher, unsere Mitglieder werden später unsere besten Kunden.“

Ein traditioneller Nikolaus  darf auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen. Klaus Knop übernahm in diesem Jahr die Rolle in Lennep. Foto: Moll, Jürgen (jumo)
Kleine Geschenke und eine große Auswahl an Weihnachtsschmuck lockten die Besucher des Handwerkermarktes. Fotos jumo. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Auch im nächsten Jahr würden sich die Handballer mit einem Stand beteiligen. Denn: „Zum Glück können wir die Arbeit bei uns im Verein auf viele Schultern verteilen“, sagt der Jugendtrainer.