Remscheid: "Lennep blüht auf" - ein Viertel des Rates ist dagegen

Remscheid: "Lennep blüht auf" - ein Viertel des Rates ist dagegen

Erleichterung herrscht bei den Verantwortlichen des Vereins "Lennep Offensiv" nach der Ratssitzung vom Montagabend. Wie berichtet, hatte der Rat mit einem Mehrheitsbeschluss den Weg frei gemacht für den verkaufsoffenen Sonntag, den der Verein an diesem Wochenende im Zusammenhang mit dem Frühlingsfest "Lennep blüht auf" veranstalten will. Auch einem zweiten verkaufsoffenen Sonntag am 28. April in der Innenstadt stimmte der Rat zu.

"Wir hoffen, dass jetzt Rechtssicherheit herrscht, so dass wir diesen wichtigen Impuls zur Unterstützung des Einzelhandels geben können", kommentierte gestern Thomas Schmittkamp, der Vorsitzende von "Lennep Offensiv". Sein Mitstreiter Gerhard Wollnitz hatte am Montagabend die Debatte verfolgt, die der Abstimmung vorausging, bei der am Ende 30 der anwesenden Ratsmitglieder für und 14 gegen den verkaufsoffenen Sonntag in Lennep stimmten.

Die beiden großen Fraktionen hatten den Fraktionszwang für die Abstimmung aufgehoben. So kamen Gegenstimmen auch aus dem CDU-Lager, mehrheitlich aber von der SPD und der Linken. So kritisierte die SPD-Chefin Christine Krupp mit Blick auf den unmittelbar folgenden Tag der Arbeit am 1. Mai, dass der offene Sonntag am 28. April den betroffenen Mitarbeitern im Einzelhandel wieder einmal die Chance auf ein langes Wochenende kaputt mache.

"Familienschädigend" nannte Brigitte Neff-Wetzel (Linke) die verkaufsoffenen Sonntage. Die Linke sei grundsätzlich dagegen, dass die Trennung zwischen Werktag und Sonntag aufgehoben werde. Vor allem Frauen seien betroffen, weil sie im Einzelhandel einen Großteil der Beschäftigten stellen.

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Auch durch Gespräche mit seinen Kindern habe sich seine Einstellung zum Thema mittlerweile geändert, berichtete KarlHeinz Humpert (CDU). Er befürworte die verkaufsoffenen Sonntage, weil die Konkurrenz des Remscheider Einzelhandels nicht nur die Nachbarstädte seien, wo es solche Sonntage gebe, sondern auch das Internet, wo jederzeit eingekauft werden könne. Die Politik müsse hier helfen.

Die FDP blieb ihrer Linie treu und stimmte für die Öffnungen. Es gelte, die Innenstädte zu stärken, sagte Philipp Wallutat.

(hr)