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Leiter des Gesundheitsamtes in Corona-Quarantäne

Remscheid : Leiter des Gesundheitsamtes in Corona-Quarantäne

Durch neue Helfer erfahren die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes etwas Entlastung. Der Chef organisiert von zu Hause aus die Arbeit. Eine Vorsichtsmaßnahme.

Frank Neveling, Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes, befindet sich seit voriger Woche in Quarantäne. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Mir geht es sehr gut“, sagt der Mediziner. Auch von zu Hause aus ließe sich die Arbeit einigermaßen bewerkstelligen. „Ich kann mich vor allem auf meine Stellvertreterin Gabriela Marek verlassen. Sie leistet erstklassige Arbeit“, betont Neveling.

Nach den ersten beiden turbulenten Wochen habe sich die Lage in dem Haus an der Hastener Straße etwas entspannt, sagt Neveling. Das liege vor allem an der Hilfe von zwölf pensionierten Ärzten, die sich aus dem Ruhestand gemeldet haben, um zu helfen.

Außerdem seien die Abteilungen der Kinder- und Jugendmedizin wie auch die zahnärztliche Betreuung der Kinder und Schüler heruntergefahren. So können die Mitarbeiter dieser Bereiche die Corona-Abteilung unterstützen. Vor allem die Auszubildenden helfen dabei, die Telefone zu bedienen und die Personen anzurufen. „Wir arbeiten immer noch deutlich über dem Schnitt, aber es ist erträglicher geworden“, sagt Frank Neveling.

Ab Dienstag bekommt das Gesundheitsamt Verstärkung. Ulrich Schnell, Leiter des Rettungsdienstes der Feuerwehr, arbeitet bis zum Jahresende im Gesundheitsamt. „Der Mann kennt sich im Katastrophenschutz bestens aus“, sagt Neveling. Eigentlich stand für Schnell der Ruhestand an. Aber jetzt werden Helfer überall gebraucht. Neveling geht davon aus, dass sich die Arbeit des Gesundheitsamtes in den nächsten Tagen verlagern werde. Die Helfer in den Praxen, Krankenhäusern und Heimen sollen weiter mit Schutzmasken ausgestattet werden. „Wir haben schon geliefert. Wir hoffen nun auf die Unterstützung von Land und Bund“, sagt Neveling.

Mit aktuell 59 Erkrankten liege Remscheid in Nordrhein-Westfalen seiner Einschätzung nach im unteren Drittel. Andere Städte seien schlimmer dran. Er hoffe auf die warmen Frühlingstemperaturen. „Vielleicht haben wir Mitte oder Ende Mai das Schlimmste überstanden“, sagte Neveling. Er wünsche sich, dass nach der Corona-Krise ein Umdenken in der Gesundheitspolitik stattfinden wird. In den vergangenen Jahren seien massiv Betten in den Krankenhäusern eingespart worden. „Wir müssen mehr Reserven schaffen“, sagt Neveling.