Remscheid: Lehrerin kehrt an ihre alte Schule zurück

Remscheid: Lehrerin kehrt an ihre alte Schule zurück

Als junges Mädchen besuchte Makbule Coskun-Turan die Hauptschule Rosenhügel. Nun unterrichtet sie hier.

Wenn Makbule Coskun-Turan morgens das Haus verlässt, ruft sie ihrer Familie zu: "Ich gehe zur Schule." Dabei geht die junge Frau nicht etwa zum büffeln in die Sekundarschule Rosenhügel, es ist ihr Arbeitsplatz.

Vor ein paar Monaten hat die Lehrerin mit türkischer Herkunft in der Schule an der Ewaldstraße ihre erste Stelle angetreten. "Ich wollte unbedingt an diese Schule", sagt sie. Nach ihrem sehr guten Uniabschluss hatte sie gleich mehrere Zusagen auf ihre Bewerbungen bekommen. Mit Zusagen hielt sie sich aber erst mal zurück, "weil ich auf Post aus Remscheid gewartet habe". Die kam, und Makbule Coskun-Turan hatte ihren Wunschjob.

Dabei war die Hoffnung, am Wohnort arbeiten zu können, gar nicht das ausschlaggebende Motiv für die Bewerbung am Rosenhügel. Makbule Coskun-Turan wollte zurück an die Schule, wo ihre Laufbahn angefangen hat. Von 1999 bis 2005 besuchte sie die Schule, die damals noch eine Hauptschule war. "Hier habe ich mich immer wohl gefühlt." Als sie dort abging, war der Berufswunsch Lehrerin allerdings noch nicht klar. "Ich wollte eigentlich Polizistin werden", erinnert sie sich lachend. In diesem Beruf könne man sich für das Wohl der Menschen einsetzen, so ihre Idee. Nach dem Abitur an der Albert-Einstein-Gesamtschule reifte dann die Idee, dass man auch als Lehrerin Gutes tun, Menschen helfen kann.

Die Lehrerin für Mathematik, Gesellschaftslehre und Türkisch will ihren Schülern mit ihrem Weg ein Vorbild sein. "Mir ist das Lernen als junger Mensch nicht leicht gefallen", sagt sie. Für Schulstoff, den ihre Schwester in einer Stunde erarbeitet, brauchte sie drei. Ihre Eltern hätten in der Erziehung auf Leistung gesetzt. Den ersten Computer gab es als Anerkennung für das Abitur. Für sie sei das ein Zeichen gewesen, dass man sich Dinge erarbeiten kann, dass man dranbleiben muss.

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Ein Motto, das gut zur einzigen Sekundarschule der Stadt passt. Die Schule führt nicht zum Abitur, setzt aber wie eine Gesamtschule auf langes gemeinsames Lernen. So bleiben die Bildungswege länger offen, Kinder und deren Eltern können sich später entscheiden, wie es weitergehen soll. Das sei ideal, sagt Makbule Coskun-Turan.

Erst noch dran gewöhnen muss sich die junge Lehrerin an den Umstand, dass einige ihre früheren Lehrer noch an der Schule arbeiten und damit nun ihre Kollegen sind. Da muss die Anrede nicht mehr ganz so förmlich sein.

Ihr früherer Lehrer und Förderer Alfred Wohl ist stolz auf den Weg, den sein Schützling genommen hat. "Er hat mich sehr unterstützt", sagt Makbule Coskun-Turan.

(hr)